Das Räuchern Räucherstoffe A |
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Acker-Gauchheil (Kraut) 
Botanisch: Der Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis) ist eine einjährige, sommerlich niederliegende Kriechpflanze oder winterlich aufsteigend wachsende Halbrosettenpflanze. Die Sprosse sind 5 bis 30 Zentimeter lang, die Stengel sind scharf vierkantig. Die gegenständigen, sitzenden Blättern sind eiförmig und ganzrandig. Die radiären Blüten sind Pollen-Scheibenblumen, stehen einzeln in den Blattachseln und blühen von Mai bis Oktober. Sie messen etwa 10 bis 15 Millimeter im Durchmesser. Die fein gekerbten Blüten sind nur von 7 bis 14 Uhr geöffnet und schließen sich bei aufziehendem Unwetter. Die Antheren besitzen Futterhaare und ziehen verschiedene Bestäuber an, besonders Fliegen. Es kommt vor dem Abblühen jedoch auch zu spontanen Selbstbestäubungen. Die Kronblätter sind in Mitteleuropa meist zinnoberrot gefärbt, auch weiß bis hellrot, nur selten blau. Dagegen sind sie bei der im Mittelmeergebiet vorkommenden, etwas größere Blüten besitzenden Unterart Anagallis latifolia meist blau gefärbt. Blaublütige Formen des Acker-Gauchheils werden oft mit dem Blauen Gauchheil (Anagallis foemina) verwechselt. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind die Kronzipfel, denn die beim Blauen Gauchheil deutlich unregelmäßig gesägten Kronblätter tragen nur etwa 5 bis 10, höchstens 15 endständige Drüsenhaare, beim Acker-Gauchheil sind dies etwa 50 bis 70 Stück. Diese sitzen an nicht oder nur wenig gesägten Kronzipfeln. Die Früchte des Acker-Gauchheils sind Deckelkapseln, deren Fruchtreife von August bis Oktober erreicht wird. Der Fruchtstiel krümmt sich mit der Schwerkraft, und die Samen werden durch Wind ausgeblasen oder als Regenschwemmlinge verbreitet.
Taxonomie: Die Gattung Gauchheil (Anagallis) gehört zur Familie der Myrsinengewächse (Myrsinaceae), diese zur Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales), wo sie der Unterklasse Asternähnliche (Asteridae) innerhalb der Klasse Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) angehört, welche in die Abteilung der Bedecktsamer (Magnoliophyta) eingeordnet wird. Früher wurde die Gattung zu den Primelgewächsen (Primulaceae) gezählt. Neuere molekularbiologische Forschungsergebnisse haben aber eine engere Verwandtschaft mit den hauptsächlich in den Tropen verbreiteten Myrsinengewächsen (Myrsinaceae) ergeben.
Vorkommen: Acker-Gauchheil ist heutzutage ein häufiges Ackerwildkraut und ist fast weltweit verbreitet. Es wächst auf Äckern, in Gärten, auf Weinbergen sowie auf Schuttplätzen und an ähnlichen Standorten. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum.
Etymologie: Der deutsche Name Gauchheil stammt aus dem Mittelalter. Als Gauch bezeichnete man die Narren oder die Geisteskranken, aber auch den Kuckuck. Acker-Gauchheil ist auch unter den Volksnamen Nebelpflanze, Weinbergstern, Wetterkraut, Gewitterblume und roter Gauchheil bekannt. Anagallis ist sein griechischer Pflanzenname.
Inhaltstoffe: Das Kraut schmeckt erst schleimig fade, dann scharf und bitter. Acker-Gauchheil ist ätzend und greift die Schleimhäute an. Er ist durch Saponine schwach giftig in all seinen Teilen, aber vor Allem in der Wurzel.
Medizin: Der Acker-Gauchheil wird in der Schulmedizin nicht verwendet, findet jedoch als Anagallis Arvensis Herba Anwendung in verschiedenen homöopathischen Erzeugnissen gegen verschiedene Ausschläge und Nervenleiden.
Historisch: Der Acker-Gauchheil ist eine sehr alte, bekannte Pflanze, die bereits von Hippokrates und Dioskurides zu vielerlei Zwecken verwendet wurde, zum Beispiel pulverisiert als Auflage bei Geschwüren und Wunden. Sie sollte bei Wunden keine Entzündung aufkommen lassen. Im antiken Griechenland setzte man ihn zur Behandlung von Melancholie ein. In der Volksmedizin fand der Gauchheil Verwendung bei Leberleiden, Leberverhärtung, Gelbsucht, Nierenentzündung und Wassersucht. Der Preßsaft war Bestandteil von Warzensalben. Man versuchte auch Geisteskranke damit zu behandeln.
Brauchtum: Den Bauern diente der Gauchheil früher als Wetteranzeiger, denn bei bevorstehendem Regen öffnet er seine Blüten nicht und schließt seine Blüten frühzeitig, wenn eine Wetterverschlechterung bevorsteht. In Schlesien wird er deshalb Gewitterblume genannt, und daher kommen auch die deutschen Namen Nebelpflanze und Wetterkraut. Im Mittelalter wurde der Gauchheil viel von den Bauern zum Räuchern von Haus und Hof benutzt. In Indien wird die Pflanze wegen ihrer schwachen Giftigkeit zum Fischfang benutzt.
Mythologie: Im Stall und Haus aufgehängt, soll der Gauchheil Gespenster und Gauche (Geisteskranke) vertreiben. Gegen Nasenbluten wurden Amulettsäckchen am Körper getragen.
Räuchern: Verwendung findet das Kraut. Acker-Gauchheil soll die Atmosphäre energetisch klären.
Räuchermischungen: Acker-Gauchheil mischt sich zum Räuchern gut mit Tausendgüldenkraut, Klatschmohn, Bachminze, Benzoe Siam, Hamamelis u.a. | |
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Adlerholz (Holz)   
Adlerholz (Aquilaria agallocha) stammt aus der Familie der Seidelbastgewächse (Thymelaceae) und wird auch Aloe-, Paradies und Rosenholz genannt. Es wächst in den regenreichen Urwäldern Indiens, Kambodschas und Indonesiens, seltener auch in Vietnam oder Thailand. In Japan heißt es Jinko, die Araber nennen es Ud oder Oud. Es ist ein äußerst seltenes und kostbares, wohlriechendes Räucherholz. Adlerholz wird nur dann zum Räuchern verwendet, wenn es zuvor über Jahre hinweg von Pilzen infiziert wurde. Der Kern des Baumes kann von Aspergillus spongicidus, Phialophora parasitica und Fusarium sp.) befallen werden, wodurch er zur verstärkten Produktion von Harz angeregt wird. Dieses Harz stellt den eigentlichen Duftstoff des Adlerholzes dar, denn das reine Holz des Alderbaumes besitzt keinen Wohlgeruch. Nur solche durch Pilzinfektion verharzten Holzstücke, die mehrere Jahre im Wasser gelegen haben, eignen sich als Duftholz zum Räuchern. Das Holz ist im Urzustand hellgrau und nimmt durch den Pilzbefall und den Fermentationsprozeß eine dunkle Farbe an. Mit steigendem Harzanteil nimmt auch die Duftintensität zu. Harzreiches Adlerholz kann man daran erkennen, daß es durch den Harzanteil schwerer geworden ist als Wasser und darin sinkt, während Holz mit einem geringen Harzanteil auf dem Wasser schwimmt. Aus diesem Grund heißt es in Japan "Jinko" (jap.: untergehendes Holz, aber auch duftendes Holz). Die Japaner unterscheiden sechs Arten von Jinko, wobei der Preis für gut fermentierte Stücke, deren Aroma sich über Jahrtausende unter den Druck der Erde gebildet hat, auch schon mal den Goldpreis übersteigen kann. Die teuersten Hölzer der Sorte Kyara, welches wiederum in die Qualitäten "Gelb", "Schwarz", "Grün" und "Eisen" unterschieden wird, werden sogar mit bis zu 50.000,- Euro pro Kilo bezahlt. Das aus dem Holz gewonnene destillierte Öl ist mit einem derzeitigen Marktpreis von ca. 250,- Euro pro Milliliter wohl das teuerste ätherische Öl der Welt. Eines der wertvollsten historischen Stücke Jinko ist der sogenannte Ranjatai, welcher im Jahre 756 dem Todaiji-Tempel in Nara überreicht wurde und heute der kaiserlichen Familie gehört. Bis heute spielt das Adlerholz in Japan die wichtigste Rolle in der Kodo-Zeremonie. Näheres hierzu im Kapitel über die Räucherkultur in Japan. Es wird aber auch für Räucherstäbchen, Räucherkugeln usw. verwendet. Man sagt, Sandelholz sei der Duft für Anfänger, Adlerholz aber ein Juwel für Eingeweihte. Schon in der Antike benutzten Könige und Königinnen das feine Holz um in seinem aufsteigenden Rauch ihre Gewänder, Haare und den Bart zu parfümieren und die Gemächer zu beduften. Der Legende nach soll im 7. Jahrhundert ein großes Stück Adlerholz an der Küste der Insel Awaij (Japan) geschwemmt worden sein. Wenn man etwas davon verbrannte, entströmte ihm ein wunderbarer Wohlgeruch. Prinz Shotoku ließ das Holz dem Kaiser vorführen, der sich für dessen Duft so begeisterte, daß er von nun an aromatische Hölzer aus China oder Korea einführen ließ. Im Westen ist der Duft des Adlerholzes fast ganz unbekannt, und nicht selten sind Fälschungen im Handel, welche in Wirklichkeit von ganz anderen Pflanzen stammen und sich auch nicht mit echtem Adlerholz messen können, oder man erhält lediglich mindere Qualität. Das Holz selbst duftet nur ganz leicht wohlriechend. Wird es verbrannt, entfaltet sich rasch ein aromatischer Duft. Dazu genügen schon sehr kleine Stücke. Adlerholz gibt es in einer sehr großen Geruchspalette zwischen balsamisch-süß und würzig-bitter. Die Duftqualitäten des Adlerholzes werden in sechs Kategorien eingeteilt und mit den traditionellen Assoziationen der japanischen Gesellschaft verglichen. Kyara ist die beste Qualität, ein würdevoller, milder Duft mit einem bitteren Hauch. Er gleicht einem eleganten und anmutigen Aristokraten. Rakoku ist ein scharfer, stechender Duft, der Sandelholz ähnelt. Im allgemeinen ist er etwas bitter und erinnert an einen Krieger. Goku-Hin ist ein heller, verführerischer Duft, wechselhaft wie die Gefühlsstimmung einer schönen Frau. Sumotara (bezogen auf die Insel Sumatra) ist ein saurer Duft zu Beginn und Ende. Man kann ihn leicht mit Kyara verwechseln, und der Duft hat etwas Ungehöriges im Hintergrund. Es heißt, er riecht wie ein Diener, der sich als Edelmann ausgibt. Sasora ist ein kühler und säuerlicher Duft. Gute Sasoraqualität kann man für Kyara halten, besonders zu Beginn, wenn man das Holz gerade erhitzt. Manchmal ist er so leicht und zart, daß man ihn kaum wahrnimmt. Er erinnert an den Duft eines Mönches. Ferner gibt es noch die Sorten Manaban und Managa (bezogen auf Malaka). Adlerholz wird in Japan in winzigkleinen Splittern auf einem Mica genannten Plättchen aus Glimmer verräuchert. Dazu füllt man Asche in die Räucherschale, steckt die Holzkohle hinein, läßt nur ein kleines Loch offen und legt das Glimmerplättchen darauf. Das Räucherholz wird so nur auf die relativ niedrige Temperatur von 150 °C erwärmt, damit brennt nicht die Holzfaser, sondern es kommt nur das Aroma des Harzes hervor. Adlerholzduft beruhigt, wirkt ausgleichend und verlängert die Schlafzeit. Deshalb wird es als Räucherung oder ätherisches Öl bei Ängsten, Depressionen, Spannungen, Hirnleistungsstörungen, chronischem Müdigkeitssyndrom, Vergeßlichkeit, Hysterie, aber auch bei Muskel- und Nervenerkrankungen angewendet. Adlerholz gilt im Orient als Mysterium, mit dem man die Seele auf ihren allerhöchsten Entwicklungsstufen begleiten und unterstützen kann. Es erleichtert die Trance und das Erreichen veränderter Bewußtseins- und Wahrnehmungsebenen. Adlerholz stammt heute zumeist aus Malaysia und ist preislich in der gehobenen Klasse einzuordnen. Das reine Holz ist sehr kostbar und unter schwierigen Bedingungen zu bekommen, hierzulande höchstens grammweise zu hohen Preisen. Es gibt natürlich auch billigere Angebote, aber dann ist das Holzpulver mit anderem Räucherwerk versetzt und kein reines, unverfälschtes Produkt mehr. Adlerholz läßt sich gut mit Klatschmohn, Hanf, Weihrauch, Sandelholz, Rhododendron u.a. verräuchern. Meistens wird Adlerholz jedoch alleine geräuchert, um seinen Duft ganz aufzunehmen. Es ist nicht zum Verzehr geeignet. |
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Akazie (Wurzel, Rinde und Harz)
Die Familie der Akazien zählt zu den Leguminosengewächsen mit einer Untergruppe der Mimosenarten, die weltweit verbreitet sind. Es gibt ca. 130 verschiedene Akazienarten, von denen einige ein Gummiharz bilden, wie zum Beispiel Acacia arabicum, die das bekannte Gummi arabicum produziert. Acacia farnesiana enthält ein wohlduftendes, blumiges ätherisches öl, das für die Parfümindustrie gewonnen wird. Akazien lieben tropisches und subtropisches Klima. für Elefanten sind die Früchte der Akazien durch ihre berauschende Wirkung unwiderstehlich. Die Wurzelrinde der Akazie zeichnet sich durch ihren lederähnlichen Geruch und herben Geschmack aus. Sie enthält einen hohen Anteil an Tanninen (Gallussäure) und findet in der Gerberei Verwendung. In Westafrika wird die Rinde traditionell als Psychoaktiver Zusatz zum "Dolo" genannten Bier genutzt, welches aus Hirse mit Honigzusatz gebraut wird. Dolo wird als Trankopfer bei Opferzeremonien getrunken. Manche Akazienarten werden mit Soma in Zusammenhang gebracht. In Asien wird Akazienrinde rituell und bei verschiedenen Zeremonien verräuchert. Sie soll die Götter gnädig stimmen und böse Geister und Dämonen abwehren. Akazienwurzel mischt sich zum Räuchern gut mit Narde, Costus, Kalmus, Besenginster, Rhododendron, Hamamelis, Myrrhe, Sandelholz u.v.a. Das Harz wird zur Herstellung der in Asien verbreiteten Betelbissen verwendet. In Indien, Nepal und Tibet wird das Harz für rituelle Räucherungen in den Tempeln mit anderen Pflanzen gemischt und verbrannt, oftmals mit Rhododendron, Wacholder, Sandelholz, Cassia, Narde, Costus, Tulasi, Salbei und Styrax, um hier nur einige zu nennen. Die Hindus verräuchern Mischungen mit Akazie bei ihren Totenbestattungen, beziehungsweise Verbrennungen. auch in der ayurvedischen Praxis findet Akazienharz Verwendung. Akazienharz mit seinem leicht holzig-blumigen Duft mischt sich zum Räuchern gut mit Gewürzen, Blüten, Zeder, Mönchspfeffer, Moschuskörnern u.v.a. |
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Alant (Wurzel) 
Im Volksglauben galt der Alant (Inula helenium), der heute noch Odinskopf, Sonnenwurz, Elfenampfer oder Weihrauchwurz genannt wird, als dämonenabwehrende Pflanze, und am Christabend wurden Stuben und Ställe damit ausgeräuchert. In der germanischen Mythologie war der Alant dem Gott Odin oder Wotan geweiht. Alant symbolisiert die Kraft der Sonne und war Bestandteil von Räuchermischungen, die am Sonnwendfest verwendet wurden. Alanträucherungen wurden in Zeiten von Traurigkeit, Melancholie, Niedergeschlagenheit und depressiver Stimmung benutzt. Der fein-weihrauchartige, schwach veilchenähnliche, leicht kampferige Duft nach Banane löst unangenehme Gefühle und vertreibt negative Gedanken und beruhigt bei Anspannung und Streß. Als Pflanze des Abwehrzaubers war er ein altes Mittel gegen die Pest und als Amulett getragen, soll er vor dem Behexen schützen. Der Alant war schon im Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Theophrast bezeichnete Alant mit Helenion. Er galt als gutes Mittel gegen Schlangenbiß. Dioskurides empfahl Helenion bei Husten, Krämpfen, Blähungen sowie bei Ischias. Bei Plinius war er ein geschätztes Magenmittel. Dazu wurde die Wurzel als Konfitüre mit Rosinen und Datteln zubereitet. Nüchtern gekaut soll der Alant die Zähne befestigen. Daß er auch als Abführmittel und zur Anregung der Menstruation benutzt wurde, kann man aus dem Namen "Inula" ableiten, denn es bedeutet soviel wie ausleeren, reinigen. Hildegard von Bingen verwendete die Wurzel bei Lungenleiden und Krätze. Mattiolus bezeichnete Alant als hervorragendes herzstärkendes, nieren- und blasenreinigendes, schleim- und galleabführendes Mittel. Der Alant ist im Mittelalter ein Allheilmittel gewesen, besonders dann, wenn er in Form des Alantweins, auch Potio Paulina genannt, getrunken wurde. In der Volksmedizin wurde er ebenfalls für viele Leiden gebraucht, besonders bei Bronchialkatarrhen, Husten, Harnverhalten, Magen- und Darmbeschwerden, Gelbsucht und Wurmbefall. Äußerlich wurde die Wurzel mit Schweineschmalz zusammen als Salbe gegen Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. Bei Brustkrankheiten wurde der Alant als Tabak geraucht. Besonders in der kalten, dunklen Winterszeit vermittelt der Alant eine Atmosphäre des Beschütztseins und wurde daher als Schutzräucherung eingesetzt. Alant wächst verwildert an Ufergebüschen, Hecken und Zäunen. Ursprünglich war er in Südwestspanien und Südosteuropa verbreitet. In Europa, Nordamerika und Japan wurde er eingebürgert. Alant mischt sich zum Räuchern gut mit Harzen, Himbeere, Hamamelis, Diptam, Salbei u.v.a. |
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Aloe (Saftpulver) 
Wegen ihrer starken Heilkraft wird die echte Aloe (Aloe ferox oder A. capensis) bei vielen Völkern als heilige Pflanze verehrt. Es handelt sich nicht um das äußerst kostbare Adlerholz des Aquilaria Agallocha-Baumes, sondern um den getrockneten Pflanzenstiel der Aloe capensis, einem der Agave ähnliches Gewächs mit dickfleischigen Blättern, die einen Saft enthalten. Dieser Aloesaft wird überall auf der Welt vorwiegend medizinisch als Wund- und Abführmittel genutzt. Wegen ihrer starken Heilkraft wird Aloe bei vielen Völkern als heilige Pflanze verehrt. Im Himalajagebiet wird sie Kumari (lebende Göttin) und in Mexiko Sabia (weise, wissende Schamanin) genannt. Überall auf der Welt wird der Aloesaft vorwiegend medizinisch und in der Kosmetikindustrie genutzt. Seit dem Altertum wird Aloe für magische Räucherungen verwendet. Sie wird dem Planeten Merkur und den ägyptischen Göttern Isis und Osiris zugeordnet. Aloe soll den Geist wachsamer machen und die Aufmerksamkeit der Götter auf den Anwender lenken. Beim Räuchern entwickelt Aloe einen fruchtigen, bitter-süßen, schweren, warmen Duft und erinnert an frische Pflanzensäfte und reife Pflaumen. Es bilden sich beim Verbrennen kleine Blasen die sich öffnen und kleine Rauchwolken ausstoßen. Aloe ist ein klassisches Räuchermittel und wird gerne in Mischungen verbrannt und vermittelt einen warmen, angenehmen Fond. Das Pulver läßt sich angenehm mischen und auf Kohle verbrennen. Aloe liebt warme, trockene Standorte und wächst vorwiegend im Mittelmeerraum, Afrika und in Asien. Aloe läßt sich gut mit Klatschmohn, Hanf, Myrrhe, Weihrauch, Giftlattich u.a. verräuchern. Sie ist nicht zum Verzehr geeignet. |
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Alraune (Wurzel) 
Die geheimnisvolle Alraune (Mandragora officinalis), Königin aller Zauberpflanzen, findet seit Jahrtausenden von Schamanen, Zauberern, Hexen und Druiden in vielerlei Hinsicht Verwendung. Alraune liebt lockere, trockene Böden und wächst überwiegend in Norditalien und im Balkan. Im heutigen Israel gelten die Wurzeln als Aphrodisiaka und Fruchtbarkeitsamulette. Die alten Assyrer benutzten Alraune sehr vielseitig, zum Beispiel als Schmerz- und Betäubungsmittel, bei Zahnschmerzen, Geburtskomplikationen, Hämorrhoiden und Magenbeschwerden. Man räucherte die Wurzel, um Gift aus dem Fleisch zu treiben (Exorzismus). In der Magie der Renaissance galt Alraune als Räucherstoff, der unter dem Einfluß des Mondes steht. Alraune kann zur Behandlung gegen alles Übel, das vom Kopf ausgeht (zum Beispiel Kopfschmerzen), verbrannt werden. Dazu sollte sie in geringe Mengen mit Beifuß, Goldmohn, Steppenraute, Damiana, Pfefferminze, Weihrauch und Nelke kombiniert werden, da Alraune einen eher unangenehmen, nach verbranntem Essen riechenden Geruch verbreitet. Oft wurde Alraune auch mit Tabak vermischt und geraucht. Das Alkaloid Mandragorin kann psychedelische oder hypnotische Zustände auslösen, aber auch erotische Erregung und vor allem auch Raserei, Tanzwut, Delirien und Halluzinationen gefolgt von totenähnlicher Trance und luziden Träumen. Vorsicht, die Wurzel ist sehr giftig. Der Tod tritt sehr schnell durch Atemlähmung ein. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen. daß Alraune nur verräuchert werden sollte, und vor äußerlicher Anwendung als Hexensalbe oder innerer Einnahme der Wurzel oder eines Tees wird explizit gewarnt. Mißbrauch oder Überdosierung kann zum Tod führen. Als Rauchwerk (Blätter) ist die Alraune stark enthemmend. | |
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Amber (Harz)
Amber ist das Harz der sogenannten Bernsteinkiefer (Picea succinifera), welches durch seinen sinnlichen, animalischen, balsamisch weichen, edlen, honigartigen und warmen Duft betört. Der Duft ähnelt sehr dem des echten Ambras (siehe dort) und wird deshalb heute als Ersatzstoff für letzteres verwendet. Es handelt sich um einen seltenen, sehr kostbaren Räucherstoff, der schon im alten Testament beschrieben ist. Mischungen mit Sandelholz, Zimt, Cassia, Adlerholz, Piment, Styrax und Moschus verströmen einen warm-erotischen Duft, der für alle Störungen des Herzens empfohlen wird und bei Unruhe, Traurigkeit und Depression wirksam ist und eine Atmosphäre des Trostes schafft. Amber mischt sich zum Räuchern gut mit Damiana, Sweetgrass, Sage, Costus, Tonka, Styrax, Zimt, Kardamom, Sassafras, Kalmus, Poleiminze u.v.a. Alternativ wird auch häufig das Amberkraut (siehe dort) gebraucht. |
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Amber (Kraut) 
Als Alternative für echtes Amberharz (siehe dort) bietet sich mitunter das Kraut des Amberbaumes (Teucrium chamaedrys) an. Der zarte ambraartige Duft wirkt einlullend auf die Seele und das Gemüt. Es duftet balsamisch, warm, leicht süß und etwas vanillig. Das Kraut wirkt beim Räuchern desinfizierend und reinigend und harmonisierend auf das Gemüt. Blätter und Blüten kommen oft in Stärkungsweinen und Wermut vor. Einen Aufguß trank man früher gegen Gichtbeschwerden. Eine Teemischung aus 1 Teelöffel Amberbaum und 1 Teelöffel grünem Tee pro Tasse unterstützt eine Abmagerungskur, schädigt aber bei längerem Gebrauch die Leber, weshalb davon abzuraten ist. Echter Gamander, Edelgamander oder Kalenderkraut, wie Amberkraut noch genannt wird, ist ein Lippenblütler, der von Europa bis zum Kaukasus beheimatet. Außerdem lockt der Duft dieses Steingartengewächses Katzen an. Die Pflanze liebt Ödland, trockene Wälder. Amberkraut läßt sich gut mit fast allem mischen, besonders mit Jasmin, Lavendel, Sage, Damiana, Copal, Benzoe Siam, Tolubalsam, Sandarak u.a. |
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Ambra (tierisch)
Echtes Ambra (Physeter macrocephalus), das durch Verfettung der Darmzysten entstehende, duftende Stoffwechselprodukt der Pottwale, ist eine wachsähnliche, harzige Substanz, die preislich fast unerschwinglich und selten geworden. In Japan wird Ambra zur Herstellung von Räucherstäbchen verwendet. Die Chinesen benutzten Ambra für Lebenselixiere, Lenzmittel und bei magischen Räucherungen und Ritualen. Im Okkultismus und in der Esoterik wird Ambra den Planeten Mars und Neptun zugeordnet. Die Sufis verräuchern Ambra mit Sandelholz und Zimt. Leider muß ein Pottwal zur Gewinnung von Ambra getötet werden, und deshalb trägt der Gebrauch dieses Räucherstoffes zur Ausrottung dieser edlen Tiere bei, so daß von seiner Verwendung abgeraten wird. Aus diesem Grund weicht man heute auf Amber aus (siehe dort.). |
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Andorn (Kraut) 
Im Volksglauben galt der Andorn (Marrubium vulgare) als hexenvertreibend, besonders dann, wenn er in der Johannisnacht verräuchert wurde. Der Andorn zählt zu den uralten Heilpflanzen. Hippokrates, Dioskurides, Paracelsus und Hildegard von Bingen verwendeten ihn bei unterschiedlichen Erkrankungen. Der Blättertee entspannt die Muskeln und soll bei Bronchitis, Krupp und Asthma helfen. Er dient als Wurmkur, Abführmittel und kräftigt die Leber. Innerlich und äußerlich soll er auch bei Ekzemen und Gürtelrose helfen. Heißer Tee soll das Fieber senken und auch bei Malaria eingesetzt werden können, falls Chininresistenz besteht. Hautverletzungen sollen ebenfalls schneller heilen. In der Volksmedizin wird er gern gegen Husten, Asthma und Gallenbeschwerden verwendet. Die Navajo verabreichten werdenden Müttern vor und nach der Geburt einen Wurzelabsud. Getrocknete Blätter dienten als Dochte für Öllampen. Andorn bevorzugt einen warmen, stickstoffreichen Standort. Er wächst gern an Scheunen und Stallwänden und zählt heute zu den bedrohten Pflanzen. Deshalb sollte er nicht wild gesammelt werden. Überwiegend wird Andorn aus Osteuropa oder Marokko eingeführt. Andorn riecht leicht nach Wermut und mischt sich zum Räuchern gut mit Eisenkraut, Hamamelis, Rhododendron, Rainfarn, Dammarharz u.a. |
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Angelika (Wurzel)  
Angelika (Angelica archangelica, beziehungsweise A. officinalis) aus der Familie der Doldenblütler (Umbelliferae), auch Engelwurz genannt, zählt mit zu den bekannteren Räuchermitteln und wird als starke Schutzpflanze verehrt. In Mitteleuropa wurde sie erst ab dem 14. Jahrhundert bekannt. Der Sage nach wurde sie dem Menschen von einem Engel gezeigt, was sich auch im Namen "Angelus" (Engel) niederschlug und galt als Heilmittel gegen Pest und bösen Zauber. Angelika soll helfen, spirituelle Kräfte zu verstärken und "schwarze" (aggressive) Magie, böse Hexen, Geister und Kobolde abzuwehren. Im späten Mittelalter wurde Angelika gegen diese Dinge verräuchert, und weil es so viele dieser bösen Geister abzuwehren galt, wurde die Pflanze dabei fast ausgerottet. Angelika wird für Schutzräucherungen, bei Einweihungszeremonien neu bezogener Wohnungen und für Gartenräucherungen im Freien verwendet. Sie gibt Widerstandskraft und Vertrauen in sich selbst. Sie stärkt die eigenen Abwehrkräfte und ist stark erdend. Sie wurde schon vor Hunderten von Jahren zur Abwehr von Krankheiten wie der Pest genutzt. Als Tee (1 Teelöffel Angelikawurzel und 1 Teelöffel Schwarztee pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen) hilft sie bei Magen- und Darmproblemen, aber auch bei Husten und Rheuma und regt die Lebertätigkeit an. Sie wird als Backzutat verwendet und kommt in Gin, Wermut und Parfüms vor. Angelika liebt Wiesen, Moore, Flußufer, Gräben, Gebüsche und ist in Nordeuropa sowie Nordasien bis Sibirien verbreitet. Sie wird hauptsächlich in Belgien, Frankreich, Ungarn und Deutschland angebaut. Es ist eine mehrjährige, auffällige Pflanze mit einer kräftigen, fleischigen, rübenförmigen und rotbraunen Wurzel, aus welcher im Frühjahr ein robuster, daumendicker, hohler Schaft wächst. Dieser kann über zwei Meter hoch werden und trägt sehr große, doppelt gefiederte Blätter. Die weißen halbkugeligen Blütendolden duften kräftig süß und aromatisch, deshalb ist sie ein wichtiger Bestandteil von Magenlikören (zum Beispiel Benediktiner, Boonekamp und Charreuselikör). Die Wurzel enthält einen gelblichen Milchsaft. Man verwendet zum Räuchern hauptsächlich die getrockneten Wurzeln dieser Heilpflanze, aber auch die Blätter sind wirksam. Es empfiehlt sich, Angelika zum Räuchern nur sparsam und in Mischungen mit zum Beispiel Beifuß, Damiana, Salbei, Thymian, Lavendel, Weihrauch, Myrrhe, Erdrauch u.a. zu verwenden, da der Eigengeruch ziemlich schwer, herb, krautig und heftig ist. |
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Angostura (Rinde)
Es ist nicht bekannt, ob Angostura (Galipea officinalis) früher auch als Räuchermittel Verwendung fand. Diese Rinde ist aber dennoch sehr gut zum Räuchern geeignet. Der typische Angosturaduft kommt beim Räuchern durch eine leicht süß-bittere Komponente angenehm zur Geltung und wirkt balsamisch, erwärmend und einhüllend auf Herz und Seele. Aus Angostura werden Magenbitter hergestellt. Alkoholische Drinks, zum Beispiel Martini, werden erst durch einen Schuß Angostura abgerundet. In der Medizin wird Angostura als Magentonikum genutzt. Da die Rinde allein verräuchert etwas arg qualmt, ist es empfehlenswert, sie nur in Mischungen zu verwenden zum Beispiel mit Lavendel, Salbei, Styrax, Myrrhe, Opoponax, Guajakholz, Wacholder, Copaibalsam, Königskerze, Wiesenkönigin, Kava Kava, Weinblätter, Narde, Jamboul u.a. |
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Anis (Früchte) 
Anis (Pimpinella anisum, beziehungsweise Anisum officinale) gehört zur Familie der Doldenblütler (Umbelliferae) und wird auch süßer oder römischer Fenchel genannt. Er stammt aus dem Orient, aus Ägypten und Griechenland. Heute wird er vor allem in Indien und China, im Mittelmeerraum sowie in der ehemaligen UDSSR angebaut. Hierzulande ist er nur in Gärten anzufinden. Anis ist eine einjährige Pflanze mit feinen Blättern und weißen Blüten. Sie kann bis zu einen Meter hoch werden. Mit dem Gewürz Anis, das aus den süßlich schmeckenden Früchten, die wie Samen aussehen, gewonnen wird, werden u.a. Weihnachtsbackwerk, Süßigkeiten und Liköre wie Ouzo, Raki und Pernod gewürzt. In der Heilkunde hilft Anis bei Husten, Blähungen und bei der Milchbildung. Der Hauptinhaltsstoffe sind ätherische Öle (u.a. Anethol). Anis eignet sich zum Räuchern und verbreitet dabei seinen angenehm, würzig-süßen, typischen Duft. Er wirkt reinigend und leicht aphrodisierend. Anis kann gut in Mischungen mit anderen Gewürzen und süßen Harzen verräuchert werden. Gut mischt er sich mit Benzoe Siam, Sternanis, Kardamom u.a. | |
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Aprikosenkerne (Samen)  
Früher hieß es, der Aprikosenbaum (Prunus armeniaca) sei von den Göttern gesegnet. Er ist ein Baum der Gesundheit. Die kleine Mandel, die im Kern enthalten ist, soll Abmagerungskuren hilfreich unterstützen und gegen Würmer helfen. Hierfür gibt es entsprechende Präparate in der Apotheke zu kaufen. Die kleine Mandel darf wegen ihres gefährlichen Giftes Blausäure nicht innerlich eingenommen werden. Medizinisch wurde die Aprikose bei Rheuma, Durchfall, Blutarmut, Vitaminmangel und als Abführmittel eingesetzt. Aprikosenbäume stammen aus Zentralasien. Wilde Bäume findet man noch zwischen Peking und der großen Mauer. Nach Südeuropa haben ihn zuerst die Römer, dann die Araber gebracht. Zum Verräuchern sollten die Kerne zuerst zerkleinert werden. Auch ist es ratsam, Mischungen mit anderem Räucherwerk zu verwenden, da die Kerne pur verbrannt zu stark qualmen. Der Rauch wirkt harntreibend und verscheucht Insekten und Ungeziefer. Aprikosenkerne lassen sich gut mit Sassafras, Opoponax, Neembaum, Poleiminze, Patchouli, Zeder, Ingwer u.a. verräuchern. Sie enthalten giftige Blausäure und sind nicht zum Verzehr geeignet. |
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Arnika (Blüte) 
Früher wurde Arnika (Arnica montana) bei verschiedenen Ritualräucherungen eingesetzt. Der Bergwohlverleih, wie Arnika auch genannt wird, zählt zu den alten Zauberpflanzen. Medizinisch war Arnika in der Antike nicht bekannt, weder bei Hippokrates oder Theophrast noch bei Dioskurides, Galenus oder Plinius. Daher sucht man nach ihr auch vergeblich bei Bock, Brunnfelss, Fuchs und Lonicerus. Hildegard von Bingen, die nur gelegentlich auf antike Autoren zurückgreift, meist aber ihre eigenen Wege geht, erwähnt sie unter dem Namen "Wolfesgelegena" bereits im 11. Jahrhundert. Danach wird sie im 14. Jahrhundert von Sylvaticus als "Arnich" beschrieben. Ausführlich beschäftigen sich die Renaissance-Arzt-Botaniker Gessner, Matthiolus und Tabernaemontanus mit ihr. Doch wo die antiken Grundlagen fehlen, wird es chaotisch: Matthiolus (1626) nennt die Arnika "Alisma", obwohl diese bei Dioskurides den Wasserwegerich beschreibt. Tabernaemontanus (1731) nennt sie "Caltha alpina" und "Damassonium alterum". Bei beiden handele es sich um die gleiche Pflanze. Andere Autoren jener Zeit nennen sie u.a. "Nardus", "Doronicum", "Calendula" oder "Chrysanthemum". Der Name "Arnica" taucht bereits im 16. Jahrhundert auf. Neben dem medizinischen Gebrauch werden auch zahlreiche magische Anwendungen genannt. Die Arnika wird als "Kraftpflanze" beschrieben, die offensichtlich mehr kann als nur Gebrechen zu heilen. Die Herkunft des Wortes Arnika ist nicht zweifelsfrei geklärt. Bergwohlverleih bedeutet keineswegs, daß sie nur im Gebirge vorkommt. Sie wächst zwar auch bis in Höhen von 2.500 Metern, aber torfig-sandige Wiesen sind ihr ebenfalls recht, solange sie ausreichend Licht bekommt. Aufgrund der Herkunft von "Wolf" würde "Wohlverleih" richtiger "Wolferlei" geschrieben, denn die Pflanze hat eine Wolfsnatur. Ihre große Heilkraft ist in der Lage, die Wolfskräfte (Fenris), welche die Lebensenergie der Sonne verfinstern möchten, zu besiegen. Auch beschützt sie den Kornwolf, damit er seine Kraft dem Korn verleihe. Aus diesem Grund wurde Arnika rund um Getreidefelder gepflanzt. Sie ist die Pflanze des Lichtes und der Sonne, damit der Lebensenergie, die sofort und vehement spürbar wird. Je höher die Arnika im Gebirge wächst, um so größer ist ihr Heilungspotential. Zur Zeit des höchsten Sonnenstandes, um die Sommersonnenwende blühend, sammelt und entfaltet sie ihre wärmenden und bewegenden Kräfte. Arnika ist ein mehrjähriger Korbblütler, der bis 0,60 Meter hoch wird. Sie bildet Rosetten mit drüsig-flaumig behaarten Blütenstengeln und an diesen tiefsitzende, paarig angeordnete, gegenständige, kleine, längliche Blättchen. Im Frühsommer entfaltet die Pflanze ihre großen, leuchtend orangegelben, endständigen Korbblüten. Bei Gewitter wurde getrocknete Arnika angezündet und verräuchert, so schützt sie laut Volksglauben vor Blitzschlag. Da die Blüten beim Räuchern viel Eigenduft verlieren, ist es ratsam, sie mit anderem Räucherwerk zu mischen. Arnika war früher auch Bestandteil von Schnupftabak und wurde zusammen mit Huflattich und Königskerzenblüten als Kräutertabak geraucht. Arnika wächst auf mageren Bergwiesen, auf humosen Waldwiesen, auf Heiden und ausgetrockneten Mooren. Sie mag sauren, sandigen Lehmboden und ist in ganz Europa und Mexiko vorwiegend in Gebirgslagen verbreitet. Weil um den Fortbestand und die Weiterexistenz von Arnika gefürchtet werden muß, steht die Pflanze in Deutschland unter Naturschutz und darf nicht gesammelt und gepflückt werden. Lebendpflanzen können heutzutage in Staudengärtnereien erworben werden. Arnika mischt sich zum Räuchern gut mit Wermut, Eisenkraut, Wacholder, Cassia, Katzenminze, Giftlattich, Poleiminze, Hirtentäschel und Harzen, der Eigenduft ist zart würzig und erinnert an Rettich. Sie ist giftig und daher nicht zum Verzehr geeignet. |
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Artischocke (Kraut)
Artischocke (Cynara Scolymus) wird als Heilpflanze und Gemüse genutzt. Der Wirkstoff Cynarin fördert Gallenbildung und Gallenfluß und verbessert die entgiftende Funktion der Leber. Ferner senkt es den Cholesterinspiegel im Blut, woraus man eine günstige Wirkung bei Arteriosklerose ableitet. Extrakte aus Blätter und Wurzeln wirken verdauungsfördernd, gegen Arterienverkalkung, Blutarmut und Leberschäden. Als Gemüse verwendet man den Blütenboden zusammen mit den unteren fleischigen Hüllblättern der kurz vor dem Aufblühen stehenden Blütenköpfe. Artischocke wird überwiegend als Tee verwendet. Beim Räuchern verströmt sie ihren typischen Gemüseduft und macht sich in Mischungen mit anderen Kräutern sehr gut. Sie soll die Stimmung in Räumen und Zimmern harmonisieren. Sie liebt gute nahrhafte Böden und wächst am Nordmittelmeer. Artischocke kann auch mit Basilikum, Liebstöckel, Thymian, Estragon, Tulasi, Muira Puama, Sassafras, Weihrauch, Myrrhe u.a. geräuchert werden. |
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Asant (Harzpulver)
Asant (Ferula asa foetida) wird auch Stinkasant, Asafoetida oder Teufelsdreck genannt. Es ist der eingetrocknete Milchsaft verschiedener Ferulaarten, fenchelartige Doldengewächse. Bereits in Babylon wurde es als Schutz vor negativen Kräften und schlechten Energien benutzt und ist bis heute das wichtigste Bannungsmittel geblieben. Es wird auf der ganzen Welt zu diesem Zweck als Räucherung und Amulett gebraucht. Asant wird besonders häufig in Tibet verwendet. Die tibetischen Bön-Schamanen benutzen Asant als Räuchermittel für exorzistische Rituale und zur Geisterbannung zusammen mit Baldrian, Kalmus und Weihrauch. Sie inhalieren selbst den Rauch und beräuchern den vom Dämon besessenen Kranken, um ihn davon zu befreien. Man hielt den Asant für das beste Räuchermittel, um Teufel, Geister, Dämonen, Hexen und Zauberer fernzuhalten, ähnlich dem Kalmus oder Baldrian. Es wirkt daher entkrampfend und stärkend bei Angst und Nervosität. Das knoblauchartig riechende, scharf ölig-zwieblig schmeckende Harz erinnert an den Geruch von Maggi, wird als Silphion (das Wundermittel der Antike) bezeichnet und wurde früher auch medizinisch als Nervenmittel und zur Krampflösung eingesetzt. Asant war bei den Römern und im Frühmittelalter ein beliebtes Gewürz. Heute wird er in Grillsaucen, Worcestersauce, Fisch- und Gemüsegerichten verwendet und in der asiatischen Küche bei Currygerichten benutzt. Als Teufelsdreck ist es als weißes, feinpulveriges Gewürz und Knoblauchersatz im Handel auf mittelalterlichen Märkten zu finden. Blätter und Stengel werden roh gegessen. Asant wächst in warm gemäßigten, fruchtbaren Zonen und stammt überwiegend aus dem Iran. Pur verbrannt riecht er sehr streng nach verbrannten Zwiebeln und Knoblauch und sollte deshalb in geringen Mengen und in Mischungen verräuchert werden. |
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Augentrost (Kraut) 
Augentrost (Euphrasia officinalis), auch unter dem Namen Milchdieb, Wegleuchte oder Wiesenwolf bekannt, wird seit dem Mittelalter als Heilpflanze genutzt. Matthiolus verwendete ihn bei vielen Leiden, wie Augenentzündungen, Bindehautentzündung und bei geschwächten, müden Augen. Als Tee getrunken sollte er bei Augenleiden, Schnupfen und Erkältungskrankheiten helfen. Als Umschlag bei Augenlidrandentzündungen sei er besonders zu empfehlen. Er findet auch bei Heuschnupfen und Nebenhöhlenentzündungen Verwendung.. Der Halbschmarotzer Augentrost zapft die wurzeln anderer Gräser an und kann deshalb auch auf mageren Böden gedeihen. Von den Bauern wird er nicht gern auf Wiesen gesehen. Im Mittelalter wurde Augentrost rituell verräuchert, um, wie der Name schon sagt, die Hellsichtigkeit, Weit- und Umsicht zu erlangen. Er wächst auf eher mageren, trockenen Wiesen und Weiden, an Wegrändern und Waldsäumen und ist in Mittel- und Osteuropa verbreitet. Augentrost läßt sich zum Räuchern gut mit Harzen, Hamamelis, Kreuzblume, Sassafras, Kalmus, Veilchen, Schachtelhalm u.a. mischen. |
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