Das Räuchern Räucherstoffe C - D |
Cardamom (Frucht und Fruchtpulver)
siehe Kardamom |
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Cascarilla (Rinde)
Aus der Rinde des Cascarilla (Croton eluterria benett) wird ein seltenes und äußerst kostbares Öl gewonnen. Sie stammt ursprünglich von den Bahamas, wächst aber heute überwiegend in Indien. Cascarillarinde dient als aromatischer Bitterstoff und Tonikum bei Verdauungsproblemen, Ruhr, Fieber, Schwächezuständen, Übelkeit, Blähungen und bei chronischer Bronchitis. Die Blätter werden als Verdauungstee und zur Aromatisierung von Tabak verwendet. Die Rinde soll auch geraucht werden können, aber etwas sehr streng schmecken. Die Inder räuchern Cascarilla in ihren Mischungen mit Muskat, Pfeffer, Piment, Salbei, Betelnuß, Kardamom, Sandelholz, Patchouli u.a. Cascarilla vertreibt Antriebslosigkeit und Resignation, sie stärkt den Mut und die Leidenschaft und stimuliert das Gemüt. Die edle Rinde dient auch als Duftstoff in Seifen, Reinigungsmitteln, Kosmetika und Parfüms. Sie wird als Geschmacksstoff in Nahrungsmitteln und Getränken, besonders in Wermut und Magenbittern, verwendet. Die Rinde verbrennt mit einigem Qualm, wenn sie pur verräuchert wird. In Mischungen kommt ihr würzig-aromatischer, warm-holziger, erdiger Eigengeruch dezent zur Geltung. Sie mischt sich neben den oben genannten Zutaten auch gut mit, Koriander, Copaibalsam, Tolubalsam, Labdanum, Guajakholz, Kalmus u.a. |
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Cassia (Blüte) 
Der chinesische Zimtbaum (Cinnamomum aromaticum) gehört zu den ältesten in China kultivierten Nutzpflanzen. Cassia stammt aus dem Südwesten Chinas, ist auch in Vietnam und Indien (Cochin) zu finden. In der chinesischen Medizin gilt die Rinde als das Körperinnere erwärmend und das Yang stärkende Mittel. Die medizinische Verwendung der vielgepriesenen Cassiablüten bei vielen Krankheitsbildern, wie Erkältungen, Fieber, Husten, Schwindel, Hexenschuß und Rheumatismus sind fast schon legendär. Die kleinen, im getrockneten Zustand holzigen Blüten des Cassia-Strauches haben einen zimtartigen Geschmack und einen angenehmen warmen Geruch. Vor über 4.000 Jahren kam Cassia nach Ägypten und Griechenland. Sie wurde in Ägypten zum Einbalsamieren der Mumien verwendet und als Räuchermittel eingesetzt. Sie sorgt für Entspannung nach Streß, vermittelt das Gefühl von Geborgenheit und öffnet das Herz. Sie löst die Seele aus der Erstarrung und Verhärtung. Sie regt Träume und Phantasie an und zieht Glück und Erfolg an. Der Rauch wehrt Insekten ab. Cassia verbreitet einen süßen, warmen, etwas harzigen, zimtigen Geruch und kann gut allein verräuchert werden. Die Blüten werden zusammen mit Myrrhe, Sandelholz und Benzoe in sinnlichen Räuchermischungen verwendet, besonders in orientalischen Noten. Sie mischen sich auch angenehm mit Kardamom, Eisenkraut, Amber, Koriander, Kaneel, Jamboul, Beifuß, Tulasi, Sassafras, Muira Puama, Styrax, Besenginster, Damiana u.a. |
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Chodat (Wurzel)
Chodat (Polygala sibirica), auch dünnblättrige Kreuzblume genannt, ist eine traditionelle, asiatische Heilpflanze. Mit ihr werden Nervosität, Schlaflosigkeit, Vergeßlichkeit, Stimmungsschwankungen und Depressionen behandelt. Dieses in China und der inneren Mongolei heimische Kraut gilt in der chinesischen Medizin als den Geist beruhigend und Gemütsleiden heilend. Mit ihr werden Nervosität, Schlaflosigkeit, Vergeßlichkeit, Stimmungsschwankungen und Depressionen behandelt. Chodat wurde in der taoistischen Medizin zur Steigerung der Gehirntätigkeit und Gedächtnisleistung verschrieben. Die beißend süß schmeckende Wurzel wird in China verräuchert, um den Geist und das Gedächtnis aufzufrischen und zu verbessern. Chodat mischt sich zum Räuchern gut mit Helmkraut, Kreuzkraut, Sage, Pericon, Copal, Damiana, Vogelknöterich, Weidenröschen u.a. |
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Colanuß (Frucht und Fruchtpulver)
Colanuß (Cola vera) ist eines der wichtigsten Genußmittel Afrikas und hat kultische Bedeutung. Verwendet werden die getrockneten Samen, die als Colanüsse im Handel sind. Die Nuß wird gekaut oder die gemahlene Nuß eingenommen. Angehörige von Naturvölkern kauen die Früchte, um körperliche Arbeit langfristig durchzuhalten. Die Colanüsse wirken anregend, stimulierend, wachmachend und tonisierend. Auch sollen die Nüsse aphrodisierende Wirkungen haben. Aus dem Pulver werden in Afrika Getränke bereitet, die anregende und erfrischende Wirkung haben sollen, zusätzlich soll die Leistungsfähigkeit gesteigert werden (1 Teelöffel Colanußpulver in Tee, Milch, Kakao oder Kaffee ziehen lassen und mittrinken). Die Schamanen bringen sich mit Mixgetränken in Stimmung. Bei rituellen Zeremonien wird Colanuß mit anderen Pflanzen verräuchert, zum Beispiel mit Beifuß, Lemongras, Myrrhe, Bilsenkraut u.a. Colanuß läßt sich nur im Mix räuchern, da sie zu schnell verbrennt, sehr verbrannt und ölig riecht und beißend qualmt. Bei der Anwendung ist es ratsam, sie kleinzuschneiden oder zu mahlen. Der bis 25 Meter hohe Baum kam ursprünglich aus dem tropischen Westafrika. Durch Kultivierung hat er sich bis in die tropischen Zonen Südostasiens und Amerikas verbreitet. Er wächst in Afrika, in Brasilien, auf den Antillen und in Küstenregionen. Colanuß läßt sich neben den oben genannten Zutaten auch gut mit Cascarilla, Zeder, Damiana, Copal, Guajak, Wacholderholz u.a. verräuchern.
Rechtliches: Die gesamte Pflanze, auch die Samen, ist in der Bundesrepublik Deutschland illegal und darf weder besessen noch angebaut werden. |
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Condurango (Rinde)
Condurango (Condurango officinalis) wirkt desinfizierend, antiseptisch und keimtötend. Die Indianer verbinden mit der Rinde ihre Verletzungen. Bei ihren Stammesritualen räuchern Indianer die Rinde mit anderen Substanzen, um in Kontakt mit ihren Ahnen treten zu können, reisen in die Anderswelt zu machen oder um Klarheit über ihre Fragen zu erlangen. Durch den Rauch der Rinde kann der Schamane eine Art Hellsicht erreichen, die ihm sagt, was sein Stamm zu tun hat, damit ihm kein Unglück geschieht. Der Schutz der Götter ist ihnen gewiß. Condurango wirkt stark reinigend und klärend. Condurango ist in Nord- und Südamerika heimisch. Condurango mischt sich zum Räuchern gut mit Cascarilla, Eisenkraut, Damiana, Sage, Bärentraube, Nieswurz, Kamille, Pfefferminze, Kampfer u.a. |
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Copaibalsam (Rinde)
Copaibalsam (Copaifera reticulata officinalis) ist in Südamerika beheimatet und wird seit Jahrhunderten zur Behandlung von chronischen Blasenleiden und Darmbeschwerden verwendet. In Europa war man der Überzeugung, daß Copai anregend auf die Sexualorgane wirkt. Beim Räuchern findet er bei Liebesritualen wie auch bei Reinigungszeremonien und zur Raumluftverbesserung Verwendung. Copai verbreitet einen milden, süßen, balsamisch-pfeffrigen Duft und mischt sich gut mit Jasmin, Rose, Veilchen, Cassia, Lavendel, Benzoe u.a. Copaibalsam wird u.a. in der Kosmetikindustrie gebraucht und ist Bestandteil zahlreicher Parfüms und Seifen, sowie indischem Räucherwerk, zum Beispiel Räucherstäbchen. Copai sollte in Mischungen verräuchert werden, da er beim Verbrennen stark raucht. |
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Copal (Harz) 
Copal (Bursera graveolens) ist das weiße, sehr feste Harz der Hymenoea-Bäume aus Südamerika und wird von aztekisch "Copalli" oder "Cocopaltic" abgeleitet. Neben dem eigentlichen seltenen Copalbaum werden vor allem Balsamstrauchgewächse der Gattung Bursera als Copalharzlieferanten genutzt. In Mittelamerika hat es ähnlich starke Bedeutung wie Olibanum im abendländischen Altertum und wird das Olibanum von Venezuela genannt. Mit seinem süßen, leichten, fast weihrauchartigen Aroma soll Copal der Zeremonien-Weihrauch der Azteken gewesen sein. Die Mayas nennen das Harz "Pom" (Gehirn des Himmels). Es war ihr wichtigster Räucherstoff für alle religiösen, magischen und medizinischen Zwecke. Bei Fehlgeburten wurde mit Copal geräuchert, damit das Ungeborene ausgetrieben wird, tot oder lebendig. Die Maya räuchern das Harz zur Abwehr von schwarzer Magie, bösen Geistern und dem bösen Blick. Copal begleitet eine Initiation oder befähigt zur Divination. Schamanen räuchern zum Beispiel große Mengen Copals zur Unterstützung bei der Divination. Es öffnet das Herz und klärt den Geist. In der mexikanischen Magie wird Copal zum Schutz vor Hexerei verräuchert. In Brasilien wird Copal heutzutage ausgiebig bei den Ritualen der verschiedenen Ayahuasca-Kirchen als heiliges Räucherwerk verbrannt. Es gibt viele verschiedene Copalarten. Die meisten Arten duften leicht nach Weihrauch. Copalbäume wachsen überall in Südamerika. Exportiertes Copal kommt vor allem aus Brasilien, aber auch aus Mexico oder Peru. Es gibt auch fossiles Copal aus dem afrikanischen Kongo. Schwarzer Copal, beziehungsweise Copal nero oder Copal negro aus dem brasilianischen Manila ist die teuerste Copal-Sorte. Sein schwerer, zitroniger und leicht weihrauchähnlicher Duft wie ein Hauch voller Zartheit besitzt eine tiefe Wirkung auf das Unterbewußtsein, eignet sich zur Nachträucherung, erdet, reinigt innerlich und kann die geistige und spirituelle Arbeit unterstützen. Er wirkt beruhigend und besänftigt. Der hell-durchsichtige gelb-orangene Goldcopal, beziehungsweise Copal oro kommt ebenfalls aus Manila. Sein milder, dezenter, weicher und warmer Pinien-Duft eignet sich zur Tagräucherung. Er fördert die Konzentration, Kreativität, Phantasie, Lichtarbeit und unterstützt Visualisierungen. Er hilft dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aus Mexico kommt der weiße Copal, beziehungsweise Copal blanco (Bursera jorullensis) mit einer wunderbar frisch-waldigen und klaren Zitrusnote. Es ist das Harz des Copalbaumes (Protium copal), den die Mayas Copalquahuitl nannten. Copal blanco entwickelt einen starken weißen Rauch, wirkt beruhigend und baut Nervosität ab. Copal Peru (Trattinickia spp.) ist ein Räucherharz mit angenehm mildem und weichem Duft, der entspannt und harmonisiert. Traditionell verwenden es südamerikanische Schamanen vor jedem Heilritual, um die Atmosphäre zu reinigen und positiv aufzuladen. Das afrikanische Copal Kongo stammt vom Cramantee-Baum (Guibourtia spp.). Diese Sorte ist ein fossiles, bernsteinartiges Harz. Es entfaltet beim Räuchern einen typischen feinen, weichen und warmen Copalduft, der an Weihrauch erinnert, aber eine fruchtige Note enthält. Er wirkt anregend auf Phantasie und Intuition und kann die Kreativität bei musischer Tätigkeit unterstützen. Copal löst sich in Alkohol und ergänzt Schellack in seinen Eigenschaften. Copal kann sehr gut allein verräuchert werden. Es eignet sich aber auch hervorragend für Mischungen mit beliebig anderem Räucherwerk. Copal ist nicht zum Verzehr geeignet. |
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Costuswurzel (Wurzel) 
Costus wächst in den Tälern Kaschmirs in einer Höhe von 4.000 Metern wild. Die Pflanze gehört zur Gattung der Korbblütler und trägt dunkel-lila Blüten. In der Antike wurde Costus in alle Welt exportiert, insbesondere nach Europa und Arabien. Auch heute noch wird es in der Parfümindustrie als teurer Duftstoff gehandelt. Im Sanskrit wird Costus Pushkara genannt. In Indien wird Costus bei Liebesräucherungen eingesetzt. In Arabien wird die Wurzel als Aphrodisiakum geschätzt und sinnlichen, erotischen Räuchermischungen beigemischt. Fein zerrieben wird die Wurzel in Japan und Tibet für Räucherstäbchen verwendet. Beim Räuchern entfaltet Costus einen psychisch entkrampfenden, entspannenden und anregenden Duft. Es stärkt die Psyche und wirkt bei geistiger Schwäche aufbauend. Als Räucherung duftet Costus veilchenartig, pelzig, animalisch und ein wenig erdig. Costus mischt sich zum Räuchern gut mit Sandelholz, Wacholder, Zimt, Patchouli, Sadebaum, Veilchen, Rose, Rhododendron u.a. |
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Damiana (Blätter)
Der gelbblühende Strauch Damiana (Turnera diffusa) gilt als wichtiger Bestandteil aller Liebestränke der Indianer Südamerikas. Verwendet werden die getrockneten Blätter. In der indianischen Medizin wurden die Blätter als Heilmittel bei Asthma verwendet. Dazu wurden sie als Tee oder alkoholischer Auszug getrunken, geräuchert oder geraucht. Die Indianer Südamerikas verwenden Damiana aber auch als Erfrischungsgetränk. Es soll eine subtile Euphorisierung bewirken. Damiana hat in Mexiko den Ruf, ein starkes Aphrodisiakum zu sein und wird mit Colanuß, Sabalpalme, Hanf und Copal gemischt. Die Inhaltsstoffe der Blätter, die bis heute noch nicht vollständig erforscht sind, wirken äußerst anregend, konzentrationssteigernd und potenzfördernd. Ein Teelöffel getrockneter Blätter, der 10 Minuten in einer Tasse mit heißem Wasser gezogen hat, übt eine milde aphrodisierende Wirkung von bis zu anderthalb Stunden aus, und man ist zudem für Stunden hellwach, an Schlaf ist nicht zu denken. Volksmedizinisch wird die Pflanze von Indianern bei Muskelschwäche, Nervosität, Magenbeschwerden, Kopfschmerzen und als Aphrodisiakum verwendet. Seit Ende der sechziger Jahre kennt man es auch unter der Bezeichnung "Legal high" als Marihuana- und Tabakersatz. Beim Räuchern hat Damiana einen angenehm krautigen und süßen Wohlgeruch. Es fehlt in keiner Liebesräucherung, kann auch in Räuchermischungen seine aphrodisierende Wirkung entfalten und ist häufig Bestandteil von Pan- oder Venusräucherungen.. Damiana ist von Süd-Kalifornien bis nach Argentinien verbreitet. Es benötigt feucht-warmes Klima und stellt keine hohen Ansprüche an den Boden. Damiana kann auch in Wüstenzonen gedeihen. Damiana kann sehr gut pur verräuchert werden, macht sich aber auch in Mischungen mit Goldmohn, Schachtelhalm, Helmkraut, Eisenkraut, Passionsblume, Jasmin, Rose, Sandelholz, Sassafras, Yohimbe, Sage, Beifuß und Harzen sehr gut, besonders schön mit Copal. |
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Dammarharz (Harz)
Die zur Gewinnung von Dammar (Canarium strictum) verwendeten Bäume bilden in Indien ganze Wälder. Dammar (Canarium strictum beziehungsweise Canarium prostatum) ist das Gummiharz des malaysischen Baumes Damara aus der Familie der Zweiflügelfruchtgewächse (Dipterocarpaceae). Der Ursprungsbaum auf Sumatra ist auch Lieferant des Meranti-Holzes. Die Dammarharzgewinnung erlaubt den Einwohnern eine nachhaltige Nutzung des Tropenwaldes ohne Raubbau. Dammar bedeutet in der malaiischen Sprache "Licht", denn das Harz hat eine stark lichtbrechende Eigenschaft. Auch im deutschsprachigen Raum bezieht sich der alte Name für Dammarharz, "Katzenaugenharz", auf diese Eigenschaft. Der Dammarbaum wächst in Indien und Südostasien, man findet hier ganze Wälder dieser Baumart. In Europa ist Dammarharz heutzutage noch relativ unbekannt, erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit. Vom Dammar-Harz gibt es verschiedene Qualitäten. Manchmal ist es schwierig, die exakte Qualität festzustellen, denn Dammar wird oft als Sammelname für verschiedene Harze aus Südostasien verwendet. Das Harz kommt als durchsichtige, tropfsteinartige Stücke von heller, gelblicher bis rötlicher Farbe, die kaum vergilben, in den Handel. Es gibt auch transparente Stücke. Die Oberfläche des Harzes ist fein bestäubt. Dammar duftet zitronig, transparent, feinätherisch und ist stark stimmungsaufhellend. In der Parfümerie wird Dammar als Fixativ eingesetzt. Traditionell wird Dammar als Reinigungs- und Schutzräucherung Eingesetzt. Es wirkt klärend, entspannend, balsamisch und leicht euphorisierend. Dammarräucherungen wirken erhellend auf das Gemüt, sie bringen Licht ins Dunkel der Seele. Sie eignen sich auch zum Räuchern bei Traurigkeit, Schwermut und depressiver Stimmung. Dammar, so heißt es, kann hellsichtig machen. Es hilft, mit Lichtwesen wie Engeln in Verbindung zu treten. Ein zitronig-transparenter, feinätherischer, frischer Duft verbreitet sich beim Räuchern. Dammarharz mischt sich gut mit fast allem Räucherwerk und ist sehr beliebt. Dammar ist ein ausgezeichneter Bestandteil für Weihrauchmischungen und kann ähnlich wie Mastix verwendet werden. Es ist nicht zum Verzehr geeignet. |
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Diptam (Wurzel)
Diptam (Dictamnus albus) wird im Volksmund Pfefferkraut oder kretischer Dost genannt und gehört zu den Mysterienpflanzen des Altertums. Die nach Zitronen und Zimt duftende Pflanze soll reinigende, fiebersenkende und wurmtreibende Eigenschaften haben. Die Abkochung der Wurzel soll bei Nieren- und Blasensteinen, wie auch bei Hysterie und Krämpfen helfen. Im Mittelalter war ein Gemisch von Diptamwurzel mit Pfingstrosenwurzel und Mistelzweigen ein Geheimtip bei körperlicher Unkontrolle (Epilepsie). In der Homöopathie wird Diptam heute noch gegen Uterusbeschwerden verwendet. Wird Diptam verräuchert, entfaltet sich ein feiner, zitronig-zimtiger, angenehm würziger und kräftiger Geruch, der die Götter freundlich stimmt und die Entwicklung hellsichtiger Fähigkeiten fördern soll. Diptam ist eine Divinationspflanze, wie es im Altertum hieß, mit deren Hilfe man mit den Göttern in Verbindung treten konnte, um zukünftiges zu erschauen. Er wurde als kraftvollste magische Pflanze angesehen. Wer mit ihm räuchert, soll alle unheil- und krankheitsverursachenden Einflüsse verscheuchen. Es heißt, bei einer Räucherung wird der feinstoffliche Schutzschild des Körpers gestärkt. Wenn man Wünsche hat, kann man sich diese bildlich vorstellen und seine Energien darauf konzentrieren. Diptam, so heißt es, kann solche Wunschenergien verstärken und helfen, daß sie in Erfüllung gehen. Der stärkende Geruch wirkt sehr stabilisierend und erdend und ist sehr gut geeignet Gedanken in die Tat umzusetzen. In der Räucherkunde wird Diptam zur Stärkung der Atemorgane und zur allgemeinen Abwehrstärkung verwendet. Er wirkt beruhigend und ausgleichend bei Nervosität und Angst. Diptam liebt kalkhaltige Böden und wächst an warmen, sonnigen, lichten Wegrändern, Gebüschen und felsigen Hängen. Diptam mischt sich zum Räuchern gut mit Boldo, Eisenkraut, Orangenblüte, Besenginster, Copal, Sandarak, Tolu u.a. |
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Drachenblut (Harzpulver)
Der asiatische Drachenblutbaum (Daemonorops draco) gehört zur Familie der Palmengewächse Arecaceae (Palmae) und ist nicht mit dem gleichnamigen madagassischen Drachenblutbaum (Harungana madagascariensis) zu verwechseln. Die Früchte dieser in sumpfigen Wäldern wild wachsenden Kletterpflanzen sind von einem Schuppenpanzer umgeben. Zwischen diesen Schuppen wird das Harz ausgeschwitzt, welches gesammelt, gereinigt und zusammengeschmolzen wird. Daraus werden Bälle, Stangen, zwiebelartige Kuchen oder Ballen geformt, oder es wird zu Pulver verarbeitet. Reines, unverstrecktes Drachenblutpulver, auch Palmendrachenblut, Blutharz, Teufelsblut, Türkenblut, Sanguis Draconis und Resina Draconis genannt, ist von tiefroter, glänzender Farbe, sehr teuer und schwierig zu bekommen. Seiner blutähnlichen Farbe verdankt es seinen sagenhaften Ruf. Das rote Pulver ist bei mikroskopischer Betrachtung gekennzeichnet durch rötliche bis gelbliche Splitter ohne Kristallstruktur, durch vereinzelte Blattgewebefetzen, Spiralgefäße und Epidermiszellen. Undurchsichtige Pulverbestandteile dürfen nicht vorhanden sein. Wenn es als in Form von etwa 20 bis 30 Zentimeter langen, harten Stangen oder anders geformt im Handel ist, ist es glänzend, tief dunkelrot, auf dem Bruch zinnoberrot und ergibt auf Papier einen blutroten Strich. Das Harz erweicht in heißem Wasser, es ist löslich in Isopropylalkohol, konzentrierter Essigsäure und Chloroform, hinterläßt aber bis zu 20 % Verunreinigungen (Holz, Sand, Schuppenteile der Früchte usw.). In Äther ist das Harz wenig, in Petroläther und Terpentinöl nicht löslich. Es enthält als Wirkstoffe Benzoesäureester des Dracoresinotannols (Dragoresen, Dracoalban). Ostindisches Drachenblut schmeckt kratzend und etwas süßlich. Meistens wird das Harz jedoch mit billigen Harzpulvern, zum Beispiel Gummi arabicum, versetzt. Reines Drachenblut ist aber für magische Räucherungen sehr wichtig, denn dieses geheimnisvolle Räucherwerk wird seit langem für Rituale verwendet, die sehr negative Energien neutralisieren und reinigen können. Drachenblut wird Weihrauchmischungen zugesetzt, um deren Kraft und Wirksamkeit zu verstärken. Es gilt als Schutz- und Opferräucherung, kann aber auch für Liebesräucherungen gebraucht werden. Scheik Nefzaui nannte es in seiner orientalischen Liebeslehre als Bestandteil erotischer Rezepte. Drachenblut wirkt sogar noch in winzigen Mengen willensstärkend, verleiht Mut und Tatkraft und hilft gegen Unentschlossenheit. Drachenblut sollte stets in Mischungen verbrannt werden, da es als Einzelräucherung einen zu starken, herb-würzigen, dunklen Rauch verursacht, der etwas kratzig im Nachgeruch ist. Drachenblut soll die reinigende und klärende Wirkung von Weihrauch unterstützen und verstärken und entwickelt beim Verräuchern einen herb-würzigen, etwas brenzligen Geruch. Es wird häufig wegen des hohen Preises nur als farbiger Zusatz verwendet. Früher wurde Drachenblut medizinisch zu Pflastern verarbeitet, technisch wird das Harz zu Lacken verwendet. In der Kosmetik wird es zum Färben von kosmetischen Präparaten (zum Beispiel Zahnpulver) eingesetzt. Drachenblut könnte in der pharmakologischen Forschung zu einem wichtigen Heilmittel bestimmter Krebsarten werden. Die Drachenblutpalmen gedeihen in sumpfigen Gebieten Hinterindiens, auf Java, Borneo, Sumatra und den Molukken. Das Harz wird dem Mars zugeordnet und färbt Räuchermischungen schön rot. Drachenblut läßt sich gut mit Weihrauch, Sandelholz, Patchouli, Rhododendron, Nelke, Zeder, u.a. verräuchern und ist nicht zum Verzehr geeignet. Ebenfalls als Drachenblut im Handel sind das Harz der ostindischen Rotangpalme (Calamus draco) oder technisch aufbereitete Harze. Nicht mehr erhältlich ist das früher übliche Drachenblut aus den Harzen von Dracaena draco (von den Kanarischen Inseln) oder Croton draco (aus Jamaika). Alte magische Rituale, die Drachenblut vorschreiben, sind also kaum noch zu realisieren. |
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Duftgras (Kraut)
Das nach Heu riechende Duftgras (Hierochloe odorata) ist eine traditionell keltisch-germanischen Räucherzutat. Es hat eine ähnliche Verwendung und Wirkung wie das in Nordamerika gebrauchte Sweetgrass. Es sollte nur zum Räuchern verwendet werden und ist nicht zum Verzehr geeignet. |