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Das Räuchern
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Räucherstoffe A B C-D E-F G-H I-J K-L M-O P-R S T-V W-Z
Taigawurzel (Wurzel)
Tanne (Harz)
Taubnessel (Kraut)
Tausendgüldenkraut (Kraut)
Teufelsdreck siehe Asant
Thuja (Kraut)
Thymian (Kraut)
Tollkraut (Wurzel)
Tolubalsam (Harz)
    Tonka (Samen)
Tragant (Harz und Harzpulver)
Traumkraut (Kraut)
Trichterwinde, Tricolor (Samen)
Tulasi (Kraut)
Veilchen (Blüte, Kraut und Wurzel)
Venetionisches Terpentin (Harz) siehe Lärche
Vetiver (Kraut)
Vogelknöterich (Kraut)

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Taigawurzel (Wurzel)

Taigawurzel, auch sibirischer Ginseng genannt, ist ein naher Verwandter des echten Panax Ginseng. Die Pflanze gedeiht besonders gut in den wärmeren Steppengebieten (Taiga) und auf der nordjapanischen Insel Hokkaido. In Asien gilt die Droge als Verjüngungsmittel, Lebenselixier und tonisierendes Aphrodisiakum. Es heißt, bei täglicher Einnahme wird die Gesundheit erhalten, das Immunsystem gekräftigt, der Energiehaushalt im Körper ausgeglichen und der sexuelle Appetit angeregt. Taigawurzel wird als Tee wie Ginseng verwendet. Als Räuchermittel findet Taigawurzel bei Krankenräucherungen und zum Schutz vor Krankheitskeimen- und erregern Verwendung. Taigawurzel mischt sich zum Räuchern gut mit Süßholz, Angelika, Copaibalsam, Sandelholz, Sassafras, Styrax, Lemongras, Pericon u.a.


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Tanne (Harz)

Tannenharz ist als "Canadabalsam" und "Straßburger Terpentin" im Handel, kann aber auch selbst gesammelt werden. Die Tanne war für die Kelten und Germanen ein Schutzbaum, der vor dem krankmachenden Einfluß dämonischer Kräfte schützte. Noch heute dient ein Tannenbaum in der christlichen Welt als Symbol für Licht und Leben. Hildegard von Bingen schrieb vor 800 Jahren in ihrer Naturheilkunde: "Die Tanne ist mehr warm als kalt und enthält viele Kräfte. Sie ist ein Sinnbild der Stärke. Geister hassen Tannenholz und vermeiden Orte, an denen sich solches befindet." Tannenharz hat einen balsamisch-grünen Duft, es reinigt und verbessert die Luft. Tanneräucherungen stärken die Nerven, machen kräftig, mutig und psychisch widerstandsfähig. Man räuchert damit in Krankenzimmern, um die Kraft zur Gesundung des Patienten zu stärken. Es hilft bei Husten und Bronchialverschleimung. Die Tanne ist auch eine typische Schutzräucherung. Tanne mischt sich zum Räuchern gut mit Fichte, Kiefer, Lärche, Zeder, Galbanum, Benzoe, Lavendel, Rosmarin u.a.


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Taubnessel (Kraut) Taubnessel

Die Taubnessel (Lamium album), auch Löffelblume, Kuckucksnessel und Bienensang genannt, wurde schon von Matthiolus und Bock zu Heilzwecken verwendet. Sie benutzten sie als Reinigungs- und Heilmittel für Geschwülste, faule Wunden und Krebs. Sie wurde aber auch bei Blutarmut, Bleichsucht, Durchfall, Blutergüssen, Gicht, Hautunreinheiten und für Lungenkrankheiten gebraucht. Als Breiumschlag diente sie der Heilung von Nagelbettentzündungen, Schwellungen und Krampfadern. In der Küche sollen die jungen, zarten Blätter zu einem spinatähnlichen Gemüse verwendet werden können. Um die Atmosphäre von Räumen und Zimmern zu klären und zu reinigen, wird Taubnessel verräuchert. Durch ihre Frische bringt sie neue Energie ins Haus. Die in Mitteleuropa und Westasien beheimatete Taubnessel mischt sich zum Räuchern gut mit Lavendel, Pfefferminze, Bachminze, Salbei, Rosmarin, Thymian, Melisse u.a.


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Tausendgüldenkraut (Kraut) Tausendgüldenkraut

Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea oder C. minus) wurde geräuchert, um Schutz vor allem Bösen zu bekommen, Hexen und Zauberer, böse Geister und Dämonen fernzuhalten und in Frieden leben zu können. Die Pflanze galt als wirksames Mittel gegen den Biß tollwütiger Tiere und schützt Haus und Hof gegen Blitzschlag und Unwetter. Das am güldenen Sonntag geholte Kraut sollte gegen Gicht und Krämpfe schützen, es wirkte gegen bösen Zauber. Tausendgüldenkraut mischt sich zum Räuchern gut mit Damiana, Amberbaum, Erdrauch, Helmkraut, Hirtentäschel, Weihrauch u.a.


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Teufelsdreck

siehe Asant


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Thuja (Kraut) giftig

Thuja (Thuja occidentalis) gilt schon lange als feine Zutat für Räuchermischungen. Zweige wurden in der Grabkammer Tut Ench Amuns gefunden. In Indien und Nepal ist der "Lebensbaum" Thuja eine unerläßliche Räucherzutat für Tempelräucherungen und sehr beliebt. Der frische, krautig-waldige kampferähnliche Duft wirkt klärend und reinigend auf den Geist, aufmunternd für die Seele und stimulierend für den Körper. Thuja enthält wie der Salbei den Wirkstoff Thujon, der psychoaktive Wirkung hat. Er konfrontiert ganz stark mit dem Sinn des Lebens, mit den Kernfragen nach Leben und Tod. Es führt den Anwender zu den Wurzeln, zur Einkehr, zum Innehalten. Deshalb ist Thuja angezeigt bei geistiger Verwirrung, Ruhelosigkeit, Überreiztheit, Streß etc, immer dort, wo es nötig ist, eine Pause einzulegen, sich zu besinnen und neue Kraft zu schöpfen. Die Indianer verwendeten Thuja, um Kontakt mit den Ahnen aufzunehmen. Aus den Triebspitzen bereitete man früher Einreibungen gegen Rheuma. In der Homöopathie wird Thuja vielseitig angewandt und ist für die Parfüm- und Kosmetikherstellung ein beliebter Rohstofflieferant. Thuja ist giftig und soll nicht eingenommen werden. Thuja liebt Berghänge und Sumpfgebiete. Sie ist in Ost-Kanada heimisch. Thuja läßt sich gut verräuchern mit Tolubalsam, Zeder, Wermut, Guajak, Galbanum, Weihrauch, Styrax, Ephedra, Beifuß u.a. Thuja sollte nicht einzeln und nur im Freien verräuchert werden. Thuja ist nicht zum Verzehr geeignet.


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Thymian (Kraut) Thymian

In der Neuzeit galt Thymian (Thymus vulgaris), auch Immenkraut, Gartenthymian und Demut genannt, als der Feind des Giftes. Deshalb wurden mit Thymianbüscheln Krankenzimmer ausgeräuchert. Mit Thymianbüscheln wurden Tempel und heilige Orte geweiht. In Esoterikzirkeln wird Thymian zur Reinigung von Ritualräumen oder Kultplätzen und zur Steigerung der Hellsichtigkeit verräuchert. Er eignet sich besonders für Abendräucherungen. Thymian wird der Venus zugeordnet und wirkt kräftigend und stärkend. Thymian leitet sich vom griechischen "Thymos" (Mut) ab und kann ängstlichen Menschen helfen, ihren Willen zu erkennen und durchzusetzen. Es hilft bei allen seelischen Schwächezuständen, schenkt einen starken Willen, stärkt das Selbstvertrauen und den Mut zur Tat und hilft, mit Schwierigkeiten umzugehen. Sein starker, kräuteriger und warmer Duft kann innerlich erwärmen und wach machen. Er unterstützt in Krisenzeiten, wenn Durchsetzungsvermögen besonders gefragt ist. Er wird in kleinen Mengen einer Kräutermischung zur Reinigung und Stärkung beigefügt. Thymian sollte gerade in Krisenzeiten in keiner Räucherung fehlen und paßt dann gut zu Drachenblut. Der typische Thymiangeruch läßt sich durch Räuchermischungen mit Rosmarin, Melisse, Schwarzkümmel, Pfefferminze, Tausendgüldenkraut, Schlüsselblume, Sternanis, Spitzwegerich, Sonnenhut u.a. wesentlich verfeinern.


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Tollkraut (Wurzel)

Die Hexen verwendeten die Wurzel des Tollkrautes (Scopolia carniolica) in ihren Hexensalben und Zaubertränken. Ein kleiner Löffel gemahlene Wurzel in Wasser zehn Minuten gekocht reichte aus, um halluzinogene Traumreisen zu unternehmen. Schamanen beschworen bei Räucherungen mit Tollkraut, Alraune und Stechapfel die Götter, um Hilfe für Geisterbannungen zu finden. Unter Mithilfe von Tollkraut wurden Dämonen und Kobolde, böse Geister und Teufel vertrieben und ausgetrieben. Tollkraut mischt sich zum Räuchern gut mit Alraune, Bilsenkraut, Steppenraute, Stechapfel, Damiana u.a. Es ist nicht zum Verzehr geeignet.


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Tolubalsam (Harz)

Das feste, harte und kristalline Tolubalsam (Myroxylon balsamum) wird wie das zähflüssige, nahe verwandte Perubalsam aus dem 20 bis 25 Meter hohen Myroxylonbaum gewonnen, der im Bergland Zentralamerikas heimisch ist. Es ist nach der kolumbianischen Provinz und Stadt Tolu benannt. Die Azteken gewannen Tolubalsam für kultische Räucherungen und zur Wundheilung. In der indianischen Volksmedizin wird Tolubalsam als Räucherung bei Katarrhen und starken Kopfschmerzen inhaliert. Er gilt auch als hervorragendes Mittel bei Hautkrankheiten und Verletzungen. Tolu wirkt tröstend bei Enttäuschungen und Verlusten, er vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit und des Zuhauseseins. Der weiche, aromatische Duft nach Vanille, Zimt und frisch gemähtem Gras ähnelt dem von Styrax und Benzoe und gilt als heilend und tröstend bei seelischen Verletzungen. Er begleitet Meditationen und Zeremonien, die eine innere Heilung und Verarbeitung seelischer Verletzung und Zerrissenheit bewirken sollen. Der gelbliche Rauch, den die Stücke beim Verdunsten entfachen, wirkt beruhigend, entspannend, lösend, öffnend, harmonisierend, stimmungsaufhellend, aufbauend und stärkend. Er versetzt in träumerische und geborgene Stimmung, beflügelt die Phantasie und ist gut für Abendräucherungen geeignet, um die Gedanken zu beruhigen und um sich auf einen erholsamen Schlaf vorzubereiten. Der Tolubalsambaum ist im Norden Südamerikas, besonders in Kolumbien heimisch. Tolu kann in einer Räuchermischung die einzelnen Bestandteile harmonisch miteinander verbinden und herbe Düfte mildern. Tolu mischt sich zum Räuchern gut mit Sandelholz, Labdanum, Zeder, Patchouli, Amberbaum, Benzoe, Styrax u.a. Tolu ist nicht zur innerlichen Einnahme geeignet.


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Tonka (Samen) Tonkabohne

Tonkabohnen (Dipteryx odorata, früher Coumarouna odorata) sind die getrockneten Samen (wegen ihrer Form Bohnen genannt) der in Südamerika heimischen Tonkabohnenpflanze. Ihr Hauptwirkstoff, das beim Trocknen auskristallisierende Cumarin, wird unter anderem zur Herstellung von künstlichem Waldmeisteraroma verwendet. Das Cumarin liegt in der Bohne als Cumaringlykosid vor. Unter der Oberhaut der Samen sind oft Cumarinkristalle sichtbar. Der europäische Waldmeister (Galium odoratum) - die botanische Bezeichnung für Tonka endete auf dem ähnlichen odorata - enthält ebenfalls glykosidisches Cumarin, welches beim Trocknen das duftende Cumarin abspaltet. Neben dem Geruch ist das Cumarin auch für die physiologische Wirkung verantwortlich. In leichter Dosierung wirkt es leicht beschwingend und kann helfen, Kopfweh zu lindern. In höherer Dosierung verursacht es allerdings Kopfschmerzen, Schwindel und Magenbeschwerden. Cumarin stand früher im Verdacht, leberschädigend und kanzerogen (krebserregend) zu sein, wenn man es häufig oder in großen Mengen zu sich nimmt. Aufgrund dieser Verdachtsmomente ist der Gebrauch der Tonkabohnen (die niemals ein wichtiges Gewürz waren) in westlichen Ländern noch weiter zurückgegangen. Von dieser Meinung ist man heute weitgehend wieder abgekommen, und hält Cumarin in kleinen Mengen nicht für kanzerogen. Die stark lebertoxische Wirkung trat im Tierversuch nur bei übermäßiger Dosierung auf. 1974 führten diese Befunde in der Bundesrepublik Deutschland zu einem Verbot der Cumarinverwendung bei der Aromatisierung in der Lebensmittelindustrie (Tonka als Vanille- oder Waldmeisterersatzaroma). In Deutschland dürfen also gewerblich vertriebene Lebensmittel nicht mit Tonka hergestellt werden. Da hepatotoxische (für die Leber giftige) Stoffwechselprodukte des Cumarins allerdings nur beim Tier entstehen, wird beim Menschen das Risiko toxischer Langzeitschäden als gering eingeschätzt. Wegen dieser Wirkung auf Tiere ist Cumarin auch der Hauptbestandteil von Rattengift. Trotz der inzwischen veränderten Erkenntnisse ist der kommerzielle Einsatz von Cumarin zur Herstellung von Essenzen nach Aromenverordnung in Deutschland nach wie vor verboten (eine Ausnahme bildet nur die Maibowle, für welche die Verwendung von Waldmeister zulässig ist). In Räucherungen verströmt die frisch zerkleinerte Tonkabohne einen sehr angenehmen, blumig-süßen, warmen, vanilleartigen Duft, ihr Geschmack ist leicht bitter. Die Bohnen sind ausgleichender und stimmungsaufhellender Natur, wirken harmonisierend und beruhigend. Sie werden bei Nervosität, Angst und Unruhe verräuchert, wirken aphrodisierend und antidepressiv. Der vanillig-karamellige, süß-balsamische Geruch von Tonka erinnert etwas an Waldmeister und hüllt den Geist ein. Die ganzen Bohnen sind schwieriger zu verarbeiten als die geschnittene Frucht. Zum Räuchern sollten sie auf jeden Fall zerkleinert werden. Man kann sie zum Beispiel gut mit einer Muskatreibe pulverisieren. Die ganzen Bohnen machen sich gut in Potpourris, da sie ihren Duft lange halten und verströmen können. Um das Aroma, welches auch als Vanille- oder Waldmeisterersatz dient, für die Küche zu gewinnen, legt man zerkleinerte Tonkabohnen für 24 Stunden in Rum ein und trocknet diesen danach, wobei ein Fermentationsvorgang stattfindet. Anschließend kann der Cumaringehalt bis zu 10 % betragen. Tonkabohnen können so auch zum Beispiel zum Backen von Weihnachtsstollen verwendet werden, der dann aber in Deutschland nicht mehr gewerblich vertrieben werden darf. Einige Kochbücher empfehlen, winzige Mengen Tonka Keks- und Kuchenteig beizufügen. Ein anderes mögliches Anwendungsgebiet sind Süßspeisen, die auf Kokos-, Walnüssen oder Mohn basieren. Letztlich werden Tonkabohnen mitunter als Ersatz für Bittermandeln vorgeschlagen, besonders, wenn diese wegen nationaler Lebensmittelgesetze nicht in den Handel gelangen. Noch besser eignen sie sich als Ersatz für die nahöstlichen Mahalebkirschkerne. Das süße und schwere Aroma der Tonkabohnen paßt am besten zu anderen süßen Gewürzen wie Vanille, Zimt oder Safran. Tonkabohnen ergeben ferner eine angenehme und überraschende Alternative zu Vanille in selbstgemachter Eiscrème, Pudding oder Soufflé. Typischerweise rechnet man einige wenige Tonkabohnen pro Liter Süßspeise. Rezepte, die Tonkabohnen für pikante Speisen verwenden, sind sehr selten, aber italienische Tomatensauce mit einem Hauch Tonka schmeckt ausgezeichnet. In begrenztem Maße wird Tonka auch als pharmazeutisches Maskierungsmittel genutzt. Die Bohne wird als Fixiermittel und Duftstoff in orientalischen Parfüms, insbesondere bei Düften wie von frisch gemähtem Gras oder Chypre-Typen eingesetzt. Als Geschmacksstoff wird Tonka nicht mehr gebraucht, diente jedoch früher zum Aromatisieren von Pfeifentabaken und wird zu diesem Zweck auch heute noch gelegentlich verwendet. Früher wurden die Bohnen in den Kleiderschrank gelegt, um Motten fernzuhalten. Als Amulett in einem kleinen Beutel in der Tasche oder am Körper getragen, gilt die Tonkabohne als Glücksbringer und zieht die Liebe an. Der Sage nach kann die Tonkabohne auch als "Wunschbohne" benutzt werden. Dazu muß man die Bohne besprechen und an einem sicheren Ort vergraben. Die Tonkapflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae) stammt aus Südamerika, besonders Venezuela, Brasilien und Bolivien. Sie wird inzwischen auch in Nigeria und in anderen Ländern Westafrikas kultiviert. Die Hauptproduktionsländer sind heute Venezuela und auch Nigeria. Das Wort Tonka stammt aus dem Galibi oder Karibischen (einer Sprache der Ureinwohner von Französisch Guinea), wo es den Tonka-Baum bezeichnet. Denselben Ausdruck findet man auch im Tupi, einer anderen Sprache der Region. Der alte Gattungsnamen "Coumarouna" geht auf eine andere Tupi-Bezeichnung des Baumes "Kumarú", zurück und liegt wiederum dem Namen des Hauptinhaltsstoffes der Tonkabohnen, dem Cumarin, zugrunde. Der moderne Gattungsname Dipteryx ist griechisch, die Vorsilbe "di" (doppel) von "dýo" (zwei) zusammen mit dem Wort "Ptéryx" (Flügel) und bezieht sich auf die besondere doppelt geflügelte Form der Früchte. Der Artname "odorata" ist ein lateinisches Partizip von "odor" (Geruch) und bedeutet "mit Geruch behaftet" oder schlicht "riechend". Tonka mischt sich zum Räuchern gut mit Besenginster, Rose, Veilchen, Sumpfporst, Salbei, Tolubalsam, Styrax, Lavendel, Immortelle, Moschuskörnern, Rainfarn, Benzoe, Boldo, Damiana, Sandelholz u.a.


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Tragant (Harz und Harzpulver)

Tragantharz (Astragalus gummifer) oder auch "orientalisches Tragacanth" ist ein Akazienharz aus Kleinasien (Iran, Syrien und Türkei), das oft auch unter den Sammelbegriff "Gummi arabicum" fällt. Es ist schon seit langer Zeit als Streckmittel anderer Harze in edlen Räucherwerken und Bindemittel von indischen Räucherstäbchen bekannt. Dazu wird das Harz fein pulverisiert, mit Wasser zu einem Brei angerührt und einige Zeit stehengelassen bis es schließlich zu den anderen Zutaten, den eigentlichen Räucherstoffen hinzugemischt wird. Tragant kann auch sehr gut als Bindemittel zum Formen von Räucherkugeln verwendet werden, wobei man es mit Wasser anweicht. Seit der Antike wird das Harz Räuchermischungen beigegeben, um deren Intensität und Wirksamkeit zu erhöhen. Das eigentliche Harz riecht leicht und ätherisch-dünn und wirkt beim Räuchern stimmungsaufhellend und aktivierend, macht feinfühlig und sensibel und schützt vor negativen Einflüssen. Tragantpulver läßt sich leicht mit anderen Kräutern und Wurzeln mischen und Verbrennen. Die Wirkung ist identisch mit der von Harzstücken. Diese Art Tragantpulver wird gern im Nahrungsmittelbereich chemisch versetzt und in der Lebensmittelindustrie verwendet. Es wird auch in der Kosmetik genutzt. Im Mittelalter war Tragant Bestandteil einer sehr bekannten Kardinalsweihrauch-Mischung. Tragant mischt sich zum Räuchern gut mit Benzoe, Copal, Styrax, Lemongras, Thuja, Rainfarn, Dammarharz, Styrax, Habichtskraut u.a. Es ist nicht zum Verzehr geeignet.


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Traumkraut (Kraut)

Traumkraut (Calea zacatechichi), auch aztekisches Traumgras oder Dream Herb genannt, wird bei den Indios geräuchert und der Rauch inhaliert. Auch rauchen die Indios dieses Kraut als Tabakersatz mit angeblich beruhigender Wirkung. Ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit soll sich einstellen. Größere Mengen führen bei den Indios zu einem schlafähnlichen Zustand, in dem in kurzen Träumen Antworten auf Fragen weltlicher Art gefunden werden. Es kann auch als Tee getrunken werden. Die Heiler der Chontal-Indianer kochen aus den getrockneten und zerdrückten Blättern einen Sud als Halluzinogen, das sie langsam trinken, um Visionen und hellsichtige, traumähnliche Zustände zu erzeugen. Die Heiler berichten von veränderten, traumartigen Zuständen, in denen sie die Stimmen von Göttern und Geistern wahrnehmen, die Ursachen von Krankheiten erkennen, in die Zukunft blicken und verlorene oder gestohlene Objekte lokalisieren können. Volksmedizinisch wird das Kraut bei verschiedenen Ritualen und Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen u.a. verwendet und verräuchert. Es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Traumkraut wächst als ca. zwei Meter hoher Strauch hauptsächlich im nördlichen Südamerika und im zentralmexikanischen Hochland, in den bergigen Gegenden von Oaxaca, Veracruz und Chiapas, in Jalisco und Morelos, sowie im Flachland von Yucatan. Am einfachsten findet man es in reinen Pinienwäldern. Die mehrjährige Pflanze, die auch für das Zimmer geeignet ist, braucht einen hellen Standort, aber keine volle Sonne, benötigt viel Wasser. Die Samen sind nicht leicht zum Keimen zu bringen. Traumkraut mischt sich zum Räuchern gut mit Adlerholz, Ambra, Salbei, Damiana, Sage, Copal, Helmkraut, Pericon, Sweetgrass, Bilsenkraut, Katzenminze u.a.


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Trichterwinde, Tricolor (Samen)

Die Trichterwinde (Ipomea tricolor), auch Badoh negro oder Prunkwinde genannt, wurde wahrscheinlich schon von den Azteken rituell genutzt. Für die Kolonialzeit ist der Gebrauch durch den Bericht von Pedro Ponce bezeugt. Die Schamanen der Zapoteken-, Mixe-, Kogi-, und Lakandonen-Indianer verwendeten die Windensamen in Räucherungen für Neuschöpfungs- beziehungsweise Wiedererschaffungsrituale. Es ist die Überwindung der Finsternis. Windengewächse gibt es auf der ganzen Welt. Sie sind als Zierpflanzen, Heilmittel und Zauberpflanzen kulturell bedeutsam geworden. Noch heute werden die Samen der Trichterwinde von den Heilern und Wahrsagern in Oaxaca eingenommen, um mit den Göttern Verbindung aufnehmen zu können. Bei Geburten wird die Trichterwinde verräuchert, um die Niederkunft zu beschleunigen und zu erleichtern. Das Kraut der Pflanze wird von den Mayas als Aphrodisiakum geraucht. In Indien heißt die Trichterwinde Lakshmana und steht der Göttin des Glücks Lakshmi nahe. In der ayurvedischen Medizin ist Lakshmana eines der bedeutsamsten Aphrodisiaka. In Indien werden Tempelräucherungen mit Lakshmana durchgeführt. Trichterwinden wachsen in Südamerika, Asien, Australien und Europa. In den USA wurde sie eingebürgert. Trichterwinde läßt sich gut mit Weihrauch, Myrrhe, Styrax, Goldmohn, Damiana, Rhododendron, Hamamelis, Sage, Labdanum, Alraune u.a. verräuchern.


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Tulasi (Kraut)

Tulasi (Ocimum sanctum), auch unter den Namen Tulsi, Holy Basil, Vrinda, Vishnutulsi, Manjari und heiliger Basilikum bekannt, bedeutet "die unvergleichliche Eine". Tulasi ist eine der wichtigsten spirituellen Pflanzen der indisch-hinduistischen Kultur und den Göttern Vishnu und Krishna geweiht. Tulsi gilt als Inkarnation der Glücksgöttin Lakshmi, die auch "Mutter Tulsi" genannt wird. Tulasibüsche werden in vielen nepalesischen und indischen Tempeln angepflanzt und wie Götterbilder verehrt. Allgemein heißt es, daß Tulasi Tempel, Haus und Familie vor Unheil schützt. Tulasi-Räucherbüschel werden zum Schutz vor negativen Mächten, aber auch medizinisch und hygienisch verwendet. Der Rauch soll gegen Bronchitis wirken und Moskitos und Ungeziefer vertreiben. Tualsi soll an sich nicht psychoaktiv sein, wird aber als Ersatz für den Betelbissen gekaut. Nach ayurvedischer Auffassung hat Tulasi dennoch spirituelle und geistbewegende Kräfte und Energien. Tulasi öffnet Herz und Geist, reinigt die Aura, was die äußere Ausstrahlung positiv beeinflußt, und spendet die Energie der Liebe und Hingabe, stärkt Glauben, Mitleid und Klarheit. Er gilt als tödliches Mittel gegen Dämonen. Tulasi-Stengel werden als Rosenkränze getragen und festigen die Energien der Bindung in Partnerschaft und Familie. Tulsi verleiht den Schutz des Göttlichen, indem es die Aura reinigt und das Immunsystem kräftigt. In Asien wird Tulasi zu jeder Gelegenheit verräuchert und verbrannt. Tulasi duftet etwas sehr holzig. daher ist es besser, das Kraut mit Muskatellersalbei, Thymian, Sage, Styrax, Mastix, Thuja, Wacholderholz, Sandelholz u.v.a. zu mischen und zu verräuchern.


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Veilchen (Blüte, Kraut und Wurzel)

Für die Völker der Antike war das Veilchen (Viola odorata) eine heilige Blume. Während der Feste zu Ehren des Saturn bekränzte man damit den Kopf und verräucherte die Blüten. Das Veilchen wurde dem großen Pan, dem seltsamen und allmächtigen Gott der Natur und des Lebens, geweiht und bei religiösen Zeremonien verräuchert, um Pan und andere Götter gnädig zu stimmen. Seine Heilkraft war in Athen und Rom bekannt. Hippokrates, der Vater der Medizin, hat es erstmals gegen Kopfschmerzen und Sehstörungen, sowie gegen Melancholie, gesteigerte Gallentätigkeit und Brustentzündung empfohlen. Im berühmten Brusttee aus sieben Blumen verbünden sich Klatschmohn, Malve, Eibisch, Immortelle, Huflattich, Königskerze und Veilchen, um Katarrhe, Angina, Bronchitis, Lungenentzündung, Keuchhusten und alle Erkrankungen des Atmungsapparates zu heilen. Die Veilchen selbst sollen hustenstillend wirken. Veilchen wachsen in feuchten Wäldern, an Gräben und Schuttplätzen. Sie sind in Nord- und Mitteleuropa, sowie Nordasien verbreitet. Das Veilchen wächst mittlerweile in Gärten überall auf der Welt. Als Rohstoff für die Parfümindustrie wird es hauptsächlich in Südfrankreich, Region Grasse, daneben auch in Italien und China angebaut. Der süße, reich-blumige Duft der Veilchenblüte mischt sich zum Räuchern gut mit Schlüsselblume, Klatschmohn, Königskerze, Copal, Salbei, Huflattich, Schwarzkümmel, Hopfen, Basilikum, Nelke, Immortelle u.a. Veilchenkraut beziehungsweise Veilchenblätter dienten in der Volksmedizin der Behandlung von Blasenentzündung und als Mundspülung bei Infektionen von Mund, Rachen und Hals. Vermutlich aufgrund seines Gehalts an Salizylsäure soll das Veilchen eine milde schmerzlindernde Wirkung haben. Das getrocknete Kraut wird als spezifisches Heilmittel bei Ekzemen in Verbindung mit rheumatischen Symptomen empfohlen. Veilchenkraut mit seinem stark-blattartigen Duft mischt sich zum Räuchern gut mit Estragon, Schwarzkümmel, Hopfen, Basilikum, Nelke, Immortelle u.a. Die Wurzel des Veilchens enthält zu einem kleinen Teil die Geruchsstoffe der Blüte. Der Duft der Räucherung wird allerdings von der holzig, erdigen Komponente bestimmt. Veilchenwurzel zentriert und erdet und kann eine würzige Räucherung in kleinen Mengen unterstützen.


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Venetionisches Terpentin (Harz)

siehe Lärche.


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Vetiver (Kraut)

Vetiver (Vetiveria zizanioidis) gehört zur Pflanzenfamilie der Süßgräser und wächst bis zu einem Meter hoch. Verwendet wird die getrocknete und pulverisierte Wurzel. Als Zugabe in Räucherstäbchen entwickelt sich der typisch erdig-süße, schwere und erotische Duft, der in Asien sehr beliebt ist.


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Vogelknöterich (Kraut) Vogelknöterich

Vogelknöterich (Polygonum aviculare), auch Knotengras oder Eiserner Heinrich genannt, wurde bereits im 1. Jahrhundert als Heilmittel gegen Erkrankungen der Atmungsorgane, bei Blutspeien, Nasenbluten, Brechdurchfall und Ohrenleiden nachgewiesen. Auch Pfarrer Kneipp empfahl den Knöterich bei Lungenleiden, Nieren- und Steinbeschwerden, Gicht, Rheumatismus, Durchfall und zur Wundbehandlung. Tee aus getrocknetem Kraut soll bei Magenentzündung und Magenblutungen heilsam wirken, und bei krebsartigen Magengeschwüren zur Linderung eingesetzt werden können. Auch in der Volksheilkunde wurde er bei Lungentuberkulose angewandt. Im Brauchtum wurde der Vogelknöterich mit Schafgarbe und Johanniskraut verräuchert, um die Krankheitsgeister fernzuhalten und zu vertreiben, da ihm desinfizierende, reinigende und keimtötende Eigenschaften zugeschrieben werden. Der Vogelknöterich ist eine anspruchslose Pflanze und wächst auf Äckern, an Wegen und Bachrändern, im Garten und auf Schuttplätzen, sogar zwischen den Pflastersteinen. Vogelknöterich mischt sich zum Räuchern gut mit Kreuzblume, Zeder, Sage, Traumkraut, Styrax, Guajakharz, Damiana u.a.


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Räucherstoffe A B C-D E-F G-H I-J K-L M-O P-R S T-V W-Z


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