Magie  

Das Räuchern
Allgemeines über das Räuchern

Räuchern

· 1. Einleitung

· 2. Die Wirkung von Düften auf den Menschen

· 3. Das Räuchern und seine Geschichte
    · 3.1. Die Ursprünge und die Antike
    · 3.2. Das Räuchern im Mittelalter
    · 3.3. Das Räuchern heute

· 4. Die Philosophie des Räucherns
· 5. Anleitung und Sicherheitshinweise zum Räuchern
    · 5.1. Was man alles braucht
    · 5.2. Harz ist klebrig
    · 5.3. Der Umgang mit Räucherkohlen
    · 5.4. Die Verwendung von Holzkohle
    · 5.5. Wie man räuchert
    · 5.6. Zur Feuersicherheit bei Kohlen
    · 5.7. Räucherstäbchen und -kegel
    · 5.8. Tips für Anfänger

zum Seitenanfang 
1. Einleitung

Die Menschheit hat schon seit frühester Zeit in verschiedener Weise Düfte empfunden und genossen, und der Zeitpunkt, seit dem die Menschen die Düfte bewußt als solche wahrnehmen und mit Aromen verströmenden Stoffen experimentieren, liegt Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung.

Der wesentliche Unterschied zu den ätherischen Ölen und Parfüms besteht beim Räuchern in der "Sichtbarkeit" des Duftes, der in Form des Rauches nahezu greifbar erscheint.

In allen Kulturen wurden aromatische Pflanzen und Substanzen zeremoniell, rituell oder schlicht zum Beduften von Gewändern und Gemächern verbrannt, und bei allen Völkern dieser Erde entwickelten sich komplexe Lehren um die Wirkung, Anwendung und Zubereitung von Heilkräutern und Räucherwerk, Salben und Essenzen für alle Bereiche des menschlichen Lebens. Düfte wurden als Mittel zur Heilung und Vorbeugung von Krankheiten und als psychisches Stimulans eingesetzt.
Räucherschale

Jahrtausendelang war das Räuchern ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Räucherstoffe wurden und werden zu vielfältigen Zwecken verwendet, zum Beispiel um den Göttern zu opfern, um den Kontakt zu Gottheiten, Dämonen, Geistwesen oder Ahnen herzustellen, zum Geleit der Toten in die jenseitige Welt, um negative übernatürliche Wesen zu vertreiben oder fernzuhalten, um die Meditation zu unterstützen oder Gebete zu intensivieren, um gezielte spirituelle Erfahrungen zu machen, zur Ausführung magischer Rituale, um bewußtseinsverändernd oder stimmungsverändernd zu wirken, aus medizinischen oder therapeutischen Gründen, um die hygienischen Verhältnisse zu verbessern, Räume zu desinfizieren, Krankheiten zu heilen oder deren Ursachen zu vertreiben, zur Desinfektion, als Insektizid, zum Würzen von Wein und Speisen und zur Konservierung von Nahrungsmitteln, um Liebe und Liebesbereitschaft zu erzeugen, zur Steigerung der eigenen Attraktivität, zum Parfümieren von Kleidung und Haar, um Gäste zu ehren, und nicht zuletzt auch zur Freude, zur Unterhaltung und zum Genuß.

Es wurden Handelsstraßen in alle Welt errichtet, wahre Reichtümer wurden für Räucherwaren ausgegeben, und zu fast allen Zeiten war das Räuchern ein Ritual, so wichtig wie das Zähneputzen. Erst im 20. Jahrhundert ist das Wissen um den Räucherkult allmählich versiegt.


zum Seitenanfang 
2. Die Wirkung von Düften auf den Menschen

Um zu verstehen, warum das Räuchern einen so wichtigen Platz in der Geschichte der Menschheit eingenommen hat, der über sakrale, magische und medizinische Anwendung weit hinausgeht, muß man wissen, wie ein Duft auf den Menschen wirkt und welche Rolle Duftstoffe für das Unterbewußtsein spielen.

Der Geruchssinn ist einer der ältesten Sinne in der Evolution des Menschen. Er war schon sehr früh außerordentlich hoch entwickelt. Im oberen Teil der Nase befindet sich die Riechschleimhaut, die beidseitig nur ca. 3 Zentimeter groß ist. Von dort gehen zusammen ungefähr 10 Millionen Riechsinnes-Nervenzellen direkt zum Riechkolben, einem Teil des Gehirns.

Hier werden die Informationen direkt an Gehirnteile weitergeleitet, die zu den entwicklungsgeschichtlich ältesten gehören, das sogenannte limbische System. Diese dem Bewußtsein entzogenen Regionen des Gehirns steuern nicht nur den Geruchssinn, sondern auch die Gefühlswelt. Die über den Geruchssinn aufgenommenen Reize werden an andere Teile des Gehirns weitergeleitet und lösen dort eine Reihe von körperlichen und emotionalen Reaktionen aus.

Die limbische Gehirnregion hat einen starken Einfluß auf den Hypothalamus und das vegetative Nervensystem. Der Hypothalamus steuert sämtliche Drüsen und Hormonproduktionen und ist mit der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) verbunden, die als wichtige Schaltstelle der Gefühle angesehen wird. Gerüche bewirken, daß die am Hypothalamus sitzende Hypophyse angeregt wird, Hormone auszuschütten, welche Einfluß auf alle Körpervorgänge haben und das gesamte Stoffwechselsystem steuern. Die dabei entstehenden vielfältigen Wechselwirkungen und Rückkoppelungen sind noch immer nicht vollständig bekannt und werden wissenschaftlich erforscht.

Düfte hinterlassen also einen inneren Abdruck und verändern die Gehirnströme, nehmen Einfluß auf die Hormonproduktion und können so zum allgemeinen Wohlgefühl oder zum Unwohlsein beitragen. Die Geruchswahrnehmung löst komplexe Vorgänge im Gehirn aus, somit können sie eine seelische, stoffliche und bewußtseinsverändernde Wirkung haben. Sie können starke seelische Widerstände und Blockaden lösen, Träume aktivieren, das Erinnerungsvermögen stärken.

Bereits ein einziges Duftmolekül wirkt so über dieses komplizierte Leitsystem direkt auf den Teil des Gehirns, der das Unterbewußtsein, die Emotionen und die Instinkte leitet, ohne daß der analysierende Verstand des Bewußtseins zensierend darauf einwirken könnte. So ist das Dufterleben ein wichtiger Zugang zu unbewußten Bereichen, die dem Menschen sonst verschlossen sind.

Gefühle von Lust oder Unlust können durch Gerüche ausgelöst werden, längst vergessene Erlebnisse und Empfindungen sind an ganz bestimmte Düfte geknüpft. Wenn man dem Duft begegnet, der ein vergangenes Erlebnis begleitet hat, tauchen möglicherweise spontan Bilder und Erinnerungen aus dem Unterbewußtsein auf.

Der Geruch wie auch der Geschmack sind für den Menschen wesentliche Informationsträger. Durch einen Zeitraum von Millionen von Jahren biologischer Existenz ist das Tier und auch der Mensch konditioniert worden, auf Gerüche als Signale für lebenserhaltende oder bedrohende Situationen zu reagieren. Ein bestimmter Geruch vermag einem Tier zum Auffinden der Beute oder seines Sexualpartners dienen, andere Gerüche warnen. So ist ein stechender Geruch oft ein Zeichen für unbekömmliche Substanzen oder Gifte.

Auch Sympathie und Antipathie von Menschen untereinander werden durch den körpereigenen Geruch entscheidend beeinflußt. Diese Reaktion liegt meistens außerhalb der bewußten Wahrnehmung. Emotionen, wie beispielsweise Freude oder Angst verändern ebenfalls den Körpergeruch. Nicht von ungefähr kommt der Ausspruch: "Ich kann ihn nicht riechen."

Bei Tieren wird dieses Zusammenwirken von Gefühl, körperlicher Verfassung und Geruch noch viel deutlicher. So ist das Liebeswerben vieler Tierarten mit dem Verströmen eines Duftes (Pheromons) verbunden, der den Partner erregen und verführen soll. Einige dieser tierischen Sexuallockstoffe sind auch für die menschliche Nase verführerisch und werden seit dem Altertum intensiv in Parfüms als warme, anregende und aphrodisierende Note verwendet.

Solche Extrakte, wie Ambra, Zibeth oder Moschus haben sich ihren legendären Ruf bis heute erhalten, wovon Moschus wohl am berühmtesten ist. Dieser Duftstoff wird aus den Geschlechtsdrüsen eines Hirsches gewonnen. Ambra stammt aus den verfetteten Darmzotten des Pottwals. Echter Moschus und auch Ambra und Zibeth sind extrem teuer und werden schon deshalb kaum noch in Parfüms verwendet. Da das Tier dafür getötet werden muß und die betroffenen Arten außerdem vom Aussterben bedroht sind, greifen vernünftige Hersteller heute statt dessen auf einige pflanzliche Essenzen wie Abelmoschuskörner, Amberbaum oder Angelikawurzel zurück, die genau wie die tierischen Sekrete Pheromone enthalten, die den Menschen sexuell anregen können.

So wie sich der Geschmack des Menschen unterscheidet, so ist auch die Geruchswahrnehmung verschieden. Was dem einen als Wohlgeruch erscheint, erzeugt beim anderen Ekel. Die Grenzen zwischen Genuß und Widerwillen liegen oft nur allzu dicht beieinander. Daher ist es auch immer eine subjektive Äußerung, wenn man etwas für einen köstlichen Duft oder bestialischen Gestank hält. Dennoch neigen viele Menschen dazu, ihr eigenes subjektives Empfinden als für den Rest der Welt gültig zu beanspruchen.

Als der Mensch noch im engen Kontakt mit der ihn umgebenden Natur lebte, mußte seine Wahrnehmung von Gerüchen stark und bewußt sein, allein schon um dieser "Witterung" die für ihn lebensnotwendigen Informationen zu entnehmen. In der heutigen Zeit jedoch, in der die Kluft zwischen Mensch und Natur immer größer wird, kann die Wiederentdeckung dieser Sinne, die gezielte Beschäftigung mit der psychoaktiven Kraft einer Pflanzenessenz, den Menschen zu einer tieferen Erkenntnis von sich selbst und der Umwelt führen.

Bei der Erforschung der Geheimnisse der Natur und der Gesetzmäßigkeiten der sichtbaren und der unsichtbaren Welt erkannten die Menschen schon früh die starke Wirkung der Düfte. Hatten sie damals auch nicht die Möglichkeiten, die komplizierten Vorgänge im Gehirn zu erforschen, so besaßen sie doch ein ausgefeiltes System der Analyse und Methoden, Einblicke in Welten zu bekommen, die sich der modernen Forschung entziehen.

Bei allen Völkern dieser Erde entwickelten sich komplexe Lehren um die Wirkung, Anwendung und Zubereitung von Heilkräutern und Räucherwerk, Salben und Essenzen für alle Bereiche des menschlichen Lebens. Düfte wurden als Mittel zur Heilung und Vorbeugung von Krankheiten und als psychische Stimulans eingesetzt.

Einige Rezepte haben sich im Volksglauben bis in die heutige Zeit erhalten. Schriften aus dem Altertum und Mittelalter zeugen von einem tiefen Einblick in die Heilkräfte und mystischen Wirkungen der Pflanzen. Heute ist dieses Wissen bei den Schamanen und Heilern einiger Völker noch erhalten.

Heutzutage gibt es verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle für die psychoaktive Wirksamkeit von Rauch und Duft auf das menschliche Bewußtsein. Dabei können im wesentlichen drei Wirkmechanismen zutreffen.

1. Der Rauch enthält Substanzen, die pharmakologisch wirken. Bei entsprechender Dosierung verhalten sie sich im Nervensystem wie Neurotransmitter oder deren Antagonisten. Viele Rohdrogen enthalten den Neurotransmittern chemisch oder strukturell analoge Substanzen, die unverändert in den Rauch übergehen und durch Inhalation in den Blutkreislauf gelangen. Wenn sie durch das Blut ins Gehirn gelangen, setzen sie sich an die für sie passenden Rezeptoren und geben ihre Botschaft an das Nervensystem weiter. Dies geschieht vor allem bei Alraune, Bilsenkraut, Coca, Fabiana, Hanf, Mohn, Stechapfel und Steppenraute.

2. Der Rauch entfaltet einen charakteristischen Duft, der eine nachweislich starke psychologische Wirkung hat. Praktisch alle als Räucherstoff verwendeten Pflanzen oder Rohdrogen enthalten ätherische Öle, die für den Wohlgeruch verantwortlich sind. Es wurde experimentell festgestellt, daß bestimmte Gerüche zu starken Veränderungen in der Gehirnaktivität und damit zu eindeutigen Bewußtseinsveränderungen führen. Man vermutet, daß es sich bei den Duftstoffen in erster Linie um eine psychotogene Wirkung handelt. Dabei wirkt der Stoff wirkt nicht pharmakologisch, sondern die Duftempfindung verändert als Gedächtniskatalysator den Bewußtseinszustand. Bei einigen ätherischen Ölen ist neben der psychologischen Wirkung auch ein pharmakologisches Geschehen beobachtet worden. Werden hohe Dosierungen von gewissen ätherischen Ölen inhaliert oder innerlich genommen, kann es zu starken Rauschzuständen kommen, die neurophysiologisch noch nicht so recht erklärbar sind. Die stärksten psychoaktiven Wirkungen durch ätherische Öle wurden bei Aloeholz, Beifuß, Copal, Damiana, Kampfer, Koriander, Lorbeer, Nelke, Rosmarin, Sadebaum, Sage, Salbei, Sumpfporst, Wacholder, Zeder und Zimt beobachtet. Manche Bestandteile der ätherischen Öle haben sehr stark berauschende Wirkungen, so zum Beispiel Thujon, Eugenol, Myristicin und Ledol.

3. Der Rauch enthält Pheromone, die Botschaften an das Gehirn übermitteln. Pheromone sind recht einfache chemische Verbindungen, die im Pflanzen- und Tierreich als Sexuallockstoffe fungieren und mit den Hormonen verwandt sind. Sie sind oft geruchlos, dafür aber um so wirksamer. Tiere und Menschen senden diese Pheromone aus, wenn sie sich paaren wollen. Wenn der potentielle Partner das Molekül einatmet, löst es in ihm oder ihr den unwiderstehlichen Wunsch nach sexueller Vereinigung aus. Oft sind die männlichen und weiblichen Pheromone chemisch unterschiedlich aufgebaut. Einige Duftstoffe, die im Pflanzen- und Tierreich gebildet werden, sind chemisch oder strukturell den menschlichen Pheromonen ähnlich oder mit ihnen identisch. Werden sie bei einer Räucherung eingeatmet, können sie das Liebesbegehren des Menschen entfachen. Das Vanillin, der Hauptduftstoff der Vanille (Vanilla planifolia), der in vielen Balsamen und Harzen vorkommt, ist mit den menschlichen Pheromonen sehr nahe verwandt und scheint auch dementsprechend auf den Menschen einzuwirken. Praktisch alle Pflanzen, die Vanillin enthalten, gelten traditionell als Aphrodisiaka. Ambra, Benzoe, Copal, Ladanum, Nelke, Perubalsam, Sandelholz, Styrax, und Tolubalsam enthalten oder bilden Substanzen, die den Pheromonen ähnlich sind oder ihnen gleichen.

Man kann davon ausgehen, daß die Wirkung von Räucherstoffen auf den Menschen ein komplexes Geschehen von psychologischen, pharmakologischen und hormonellen Wirkungen darstellt. Leider ist dieses faszinierende Gebiet der Pharmakologie bisher fast völlig vernachlässigt worden.


zum Seitenanfang 

3. Das Räuchern und seine Geschichte

Räucherstoffe für religiöse, magische und medizinische Zwecke finden sich weltweit, denn Räuchern ist ein kulturübergreifendes Phänomen. In den meisten Kulturen wird Weihrauch als "Nahrung der Götter" angesehen. Manche Räucherstoffe (wie zum Beispiel Benzoe oder Kassie) werden wegen ihres außergewöhnlichen Wohlgeruchs benutzt. Manche Stoffe (wie Bilsenkraut- oder Stechapfelsamen) werden wegen ihrer pharmakologischen Wirkung geräuchert. Sie haben meist einen unangenehmen Geruch, dafür aber eine psychoaktive Wirkung. Viele Pflanzenteile (wie etwa beim Lorbeer) werden auch wegen ihrer angeblich magischen Wirkung bei esoterischen Ritualen verwendet.

Aus der Gestalt des aufsteigenden Rauches werden der Wille der Götter oder die Niedertracht der Dämonen abgelesen. Mit Hilfe des Rauches soll man dienstbare Geister visualisieren können. Manche Räucherungen stimulieren das erotische Bedürfnis, andere sollen Haus und Hof vor Krankheiten, Geistern und Diebstahl sichern. Den verschiedenen Düften wurden im Laufe der Zeit vielfältige heilende Qualitäten zugeschrieben. Schon die Griechen und Römer ordneten die zahlreichen Räucherstoffe den einzelnen Göttern und Planeten zu, zum Teil aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung. In der Renaissance wurden viele Rezepte für magische Planetenräucherungen entwickelt. Dieses Wissen wurde im Okkultismus wieder aufgegriffen und weiter verfeinert.

Es gibt drei kulturelle Zentren des Gebrauchs von Räucherstoffen, nämlich die antike Welt samt dem alten Orient, den indischen Subkontinent inklusive dem Himalajaraum und Mittel- und Südamerika. Dabei hat sich die indianische Räucherkultur selbständig und unabhängig entwickelt, während sich die antike Welt, der Orient und Indien gegenseitig stark beeinflußten.


zum Seitenanfang 

3.1. Die Ursprünge und die Antike

Vor dem Beginn des Räucherns war das Feuer. Vor ca. 400.000 Jahren erlernten die Steinzeitmenschen, das Feuer zu beherrschen. Mit dem Feuer schützten sie sich zunächst einmal vor wilden Tieren, aber sie erkannten natürlich auch sehr schnell weitere Vorteile. Das Feuer wärmte, und man konnte damit Nahrung zubereiten und haltbarer machen. Später nutzten die Menschen das Feuer auch als Lichtquelle. Feuer

Es wärmte, schützte und spendete Licht. An ihm wurden zahllose Geschichten erzählt, Lieder gesungen und Tänze getanzt. Und wenn dabei ein harzreiches Rindenstück verbrannte oder ein Kräuterbüschel ins Feuer geworfen wurde, bemerkte man den wohltuenden, duftenden Rauch und wie sich damit die Stimmung der Einzelnen veränderte. Die Menschen begannen, die Pflanzen nach ihrem Duft und ihrer Wirkung zu sammeln.

Schon die ersten Menschen in der Steinzeit kannten Rituale und Zeremonien und waren der Natur sehr verbunden. Um die Götter und Geister gnädig zu stimmen, wurden oft Räucherzeremonien auf dafür vorgesehenen Altären abgehalten. Das Feuer wurde als Geschenk der Götter betrachtet. Sein Rauch stieg sichtbar in himmlische Höhen auf und wurde dazu benutzt, um den Göttern Botschaften zu überbringen, ihnen Dankbarkeit zu erweisen und Gebete und Bitten an sie zu richten. In den Höhlen, welche vorwiegend als Kultstätten und nicht etwa, wie man früher glaubte, zum Wohnen genutzt wurden, hielt sich der Rauch besser und konnte so länger genutzt und genossen werden.

Die ältesten schriftlichen Überlieferungen über den Gebrauch von Weihrauch als Opfer an die Götter stammen aus Babylon. Im Gilgamesh-Epos, dem ältesten mythologischen Werk der Menschheit, heißt es: "Ich, Utnapistim (der Urmensch, der die Menschheit, Tier- und Pflanzenwelt vor der Sintflut rettete) führte ein Räucheropfer aus auf dem Gipfel des Berges. Sieben ... Gefäße stelle ich aus und schüttete in ihre Schalen Rohr, Zedernholz und Myrte. Die Götter rochen den süßen Duft..."

Die Völker der Antike bemerkten, daß bestimmte Bäume "weinen", wenn ihre Rinde verletzt wird. An den Schnittstellen quellen die "Tränen" heraus, erstarren am Holz und hinterlassen ein bleibendes Zeichen von Trauer. Gleichzeitig heilt sich der Baum selbst damit, und man nahm diese Naturbeobachtung zum Anlaß für die Mythologie der Heilkraft des Harzes. Die Bäume und Sträucher, die weinen konnten, wurden als Menschen, Nymphen oder Götter gedeutet, die aufgrund bestimmter Geschehnisse in harztriefende Gewächse verwandelt worden waren.

Die Griechen und Römer hatten viele Sagen von Jungfrauen, Nymphen und Göttinnen, die in aromatische Bäume, Sträucher, Kräuter oder Blumen verwandelt wurden. Weil diese Metamorphosen meist mit traurigen Ereignissen verknüpft waren, sah man in dem hervorquellenden Harz die Tränen jener Opfer. Viele Räucherstoffe, wie Kiefer, Bernstein, Myrte, Lorbeer, Myrrhe und Mohn waren mit solchen Geschichten verbunden. Ähnliche Mythen gab es im alten Ägypten.

Die ältesten Duftstoffe, die man damals in Mesopotamien verwendete, waren Harze wie Myrrhe und Weihrauch (Olibanum), die man leicht gewinnen und aufbewahren konnte. Später kamen verschiedene weitere Duftstoffe dazu, die aus reinem Pflanzenmaterial hergestellt wurden oder tierischer Herkunft waren.

Die alten Hochkulturen der Perser, Ägypter, Araber, Griechen und Babylonier verwendeten in ihren religiösen Zeremonien große Mengen von Weihrauch und anderen aromatischen Harzen und Hölzern, die sie auf großen Altären unter freiem Himmel verbrannten. Weihrauch wurde nicht nur bei Gottesdiensten, sondern auch bei Gottesgerichten verwendet, da man seinem Duft eine beruhigende Wirkung zuschrieb.

Der Bedarf der alten Ägypter an den wohlduftenden Harzen war enorm und konnte kaum gedeckt werden. Deshalb wurde in der Zeit der 18. Dynastie im Auftrag von Königin Hatshepsut eine Expedition nach Ostafrika geschickt, um lebende Weihrauchbäume zurückzubringen. Wie erfolgreich die Expedition tatsächlich war, läßt sich nicht genau sagen. Sicher ist, daß in manchen Tempeln (zum Beispiel im Amun-Tempel von Theben) Weihrauchbäume erfolgreich angepflanzt worden waren.

Die Kultur des Räucherns hat sich seit mindestens 1000 v.u.Z. durch intensive Handelsbeziehungen zwischen dem östlichen Mittelmeergebiet und Asien stark verbreitet. Über den Handel sind Gewürze, Heilpflanzen, Rauschmittel und natürlich auch Räucherstoffe aus Indien und Arabien nach Ägypten und Griechenland gelangt und umgekehrt. Besonders zwischen Indien und Ägypten gab es einen regen Austausch. Zwischen der Welt des alten Orients und Asien verkehrten viele Karawanen, zuerst mit Maultieren, später hauptsächlich mit Kamelen. Die Karawanen transportierten nicht nur Waren, sondern auch Bräuche, Anschauungen und Gedankengut. Sie waren das aktive Medium des Kulturaustausches. In späten ägyptischen Gräbern fand man sogar mit aromatischen Substanzen gefüllte Gefäße, die mit indischen und chinesischen Schriftzeichen bedeckt waren.

Den griechischen Göttern wurden heilige Bäume, ihrem jeweiligen Charakter entsprechende psychoaktive Substanzen und spezielle Räucherstoffe und Düfte zugeordnet. Manchmal handelte es sich um ein und dieselbe Pflanze, die als heiliger Baum verehrt, als Rauschmittel konsumiert und als Räucherstoff verwendet wurde. Von allen Göttern und Göttinnen war vor allem die Liebesgöttin Aphrodite eine Göttin der Wohlgerüche und aromatischer Pflanzen. Aphrodite liebte aber nicht nur die lieblichen Düfte der Blüten, sondern auch das harzige Räucherwerk. Sie selbst soll den Gebrauch von orientalischem Räucherwerk in das griechische Opferritual eingeführt haben. Manche Quellen versichern, daß die Lieblingsopfer der Göttin köstliche Parfüms, Balsame und Weihrauch waren.

Aus den antiken Quellen geht hervor, daß die Liebesgöttin besonders die Düfte der Myrte, des Kassia-Zimts, des orientalischen Olibanums, des Ladanums, der Myrrhe, der wilden Rose, der Madonnenlilie und des lieblichen Aniskrautes schätzte. Ihre Priesterinnen waren mit duftenden Blüten geschmückt, ihre Heiligtümer waren Duftgärten, auf ihren Altären brannte ständig der Weihrauch. Wer ihr Heiligtum besuchte, wandelte in einem Rausch von Düften und Wohlgerüchen, welche die natürliche Botschaft der großen Liebesgöttin waren. Wie eine Blüte ihren Duft in sommerlicher Erregung verströmt, so galt der Duft ihrer Scham als der süßeste im ganzen Universum.

Aeone, eine Nymphe der Aphrodite, soll schließlich das Wissen um die Räucherstoffe und ihre magischen oder heilsamen Wirkungen von den Göttern erworben und den Menschen gebracht haben. In und bei den Tempeln wurden riesige Mengen an Räucherwerk verbrannt - nicht nur, um die Götter zu ehren, sondern auch um den Gestank der verbrennenden Kadaver der Opfertiere zu übertünchen.

Die Kunst des Räucherns zu Ehren der Götter lag in Hochkulturen in den Händen der Priester und Könige. Die Rezepte der heiligen Räucherstoffe wurden von Eingeweihten und Heilkundigen erstellt. Die Ärzte der Antike schätzen das Räuchern sehr. Obwohl sie vom Limbischen System und seinem Bezug zu Gerüchen und Gefühlen noch nichts ahnten, postulierten die Ägypter, daß man mit Düften Psyche und Wohlbefinden beeinflussen könne. Weihrauch und Myrrhe hatten nach ägyptischer Erfahrung hohe Wirksamkeit bei der Wiederherstellung seelischen Gleichgewichts. Räucherungen des Körpers steigerten die sexuelle Ausstrahlung ägyptischer Frauen. Und schließlich finden sich auch bei den Ägyptern die klassischen Anwendungen bei entzündlichen Erkrankungen, Nervenleiden und Rheuma.

In den magischen und heilkundlichen Papyri der Ägypter, den Schriften der Griechen, Arabern, Chinesen und mittelalterlichen Gelehrten findet man neben Beschreibungen der Heilwirkungen der Harze und Pflanzen auch ihre feinstoffliche Wirkung beschrieben. Mit großer Sorgfalt und Feinfühligkeit sind die Pflanzen auf ihre Zuordnungen zu planetarischen Kräften, zu den Elementen und auf andere feinstoffliche Prinzipien analysiert worden.

Räucherstoffe wurden nicht nur bei öffentlichen Festen und in den Tempeln verbrannt, sondern hatten eine geradezu liturgische Bedeutung bei den in der Spätantike aufkommenden Mysterienkulten. Dort gab es genaue Angaben über die Räucheropfer für die einzelnen Götter. Alle im Altertum bekannten Räucherstoffe wurden auch zum Haltbarmachen, Parfümieren und Aromatisieren von Weinen verwendet. Vor allem die geharzten Weine waren in Griechenland und Rom populär.

In Rom wurden riesige Mengen Weihrauch verbraucht. Kaiser Nero soll bei der Totenfeier für seine Gemahlin Poppea mehr Olibanum verbrannt haben, als Arabien in einem Jahr produzieren konnte. 95 v.u.Z. wurde ein römisches Gesetz erlassen, welches den Gebrauch von Räucherstoffen regelte. Das Gesetz legte auch fest, welche Räucherstoffe zu welchen Gottheiten gehörten.

Gottheit: Räucherstoffe:
Sol Safran, Aloe
Luna Mastix, Weihrauch
Merkur Zimt, Mastix
Venus Ambra, Safran
Mars Aloeholz, Ladanum
Jupiter Kassia, Benzoe, Lorbeer
Saturn Kostus, Styrax

Aus dieser Zuordnung wurde im Mittelalter und in der Renaissance die Zuordnung von Räucherstoffen zu den Planeten abgeleitet.

Ursprünglich diente das Räuchern zumeist sakralen Zwecken, doch in späterer Zeit wurde Räucherwerk von den Menschen auch in allen Bereichen des privaten Lebens eingesetzt. Weihrauch hatte seinen festen Platz auch in der klassischen griechischen Medizin, wie die hippokratischen Schriften belegen, und er wurde im antiken Griechenland ebenso zu Heilzwecken geräuchert, indem zum Beispiel schmerzlindernde, oder antibakteriell wirkende Stoffe verbrannt wurden. Man desinfizierte mit Hilfe des Räucherns die Wohnräume, Krankenlager und Ställe und heilte Kranke. Außerdem parfümierte man durch Räuchern Kleider, Körper und Gegenstände, wehrte Insekten ab, reinigte die Atmosphäre, hielt schlechte Einflüsse fern und benutzte es auch bei Meditation und Gebet zur Stärkung der spirituellen Energien und sogar als Aphrodisiakum zur Stärkung und Anregung der körperlichen Lust.

Die Juden verwendeten Weihrauch im Tempel und beim Gebet. Weihrauch und Myrrhe sind an vielen Stellen in der Bibel genannt und gehörten fest zur jüdischen Glaubenspraxis. Bereits in Salomons Hohelied in der Bibel kommen detailliert beschriebene Räuchermischungen vor. Im alten Testament finden sich genaue Anleitungen für Rezepte im Buch Exodus (Kapitel 30, Vers 34), die Gott Moses gegeben haben soll, um ihm Opfer zu bringen. Mit Myrrhe und Weihrauch versetzter Wein (ähnlich dem griechischen Retsina) wurde als Schlaftrunk und zur Betäubung von Hinrichtungskandidaten gereicht.

Es blühte ein Handel mit diesen wertvollen Stoffen, und ganze Schiffsladungen von aromatischen Spezereien wurden von und nach China, Indien, Ägypten, Arabien, Griechenland und Rom transportiert.

Ebenso waren und sind auch heute noch Räucherzeremonien bei festlichen Ereignissen wie Hochzeiten, Taufen, Jahreszeitenwechsel und zur Begrüßung oder Verabschiedung von Gästen sehr beliebt.

Einige Rezepte des berühmten Tempelweihrauchs findet man in der Kabbalah (jüdische Geheimlehre und Mystik). Hier stehen die einzelnen Zutaten für die jeweiligen Elemente, wie Feuer, Wasser, Erde, etc. Im christlichen Glauben stehen die Zutaten für Bitte, Fürbitte, Lobpreisung und Dank.

Auch das Wort "Parfüm" leitet sich vom lateinischen "per fumum" (durch den Rauch) ab. Lange, bevor man lernte, Ölessenzen zu destillieren, um daraus das herzustellen, was man heute Parfüm nennt, sammelte man süßlich riechende Hölzer für seine Feuer der Feste und Zeremonien, und man verbrannte stechende, beißende Kräuter, um Quälgeister und andere Plagen fernzuhalten.

Ganz bestimmte Harze und Kräuter waren bestimmten Gottheiten zugeordnet. Harze sind Absonderungen mancher Pflanzen, die beim Erwärmen schmelzen, sich bei höherer Temperatur zersetzen und mit hell leuchtender Flamme brennen. Am bekanntesten ist Fichtenharz. Der aufsteigende, duftende Rauch der Räucherung sollte die Bitte zu den Göttern tragen und sie gütig stimmen, den Wunsch zu erfüllen, aber auch das Haus von schädlichen Einflüssen reinigen oder spirituelle Wirkung auf den Räuchernden haben.

Besonders die Menschen Nordeuropas waren der Willkür der Natur hilflos ausgeliefert. Sie erfuhren und empfanden den Wechsel der Jahreszeiten besonders deutlich. Vom eiskalten, tödlichen Winter, hoffend auf den lebenserweckenden Frühling, über den fruchtbaren, warmen Sommer bis zum farbigen, früchtespendenden Herbst.

Ihre Rituale sind wie ihre Heiligtümer stark nach den Jahreszeiten und kosmischen Rhythmen ausgeprägt, von Felsheiligtümern wie den Externsteinen im Teutoburger Wald vorbei an riesigen Steinkreisen wie in Stonehenge bis zu den Dolmenhäusern und Feenhäusern in Irland.

Zum Räuchern eignen sich aber nicht nur exotische Räucherstoffe, sondern auch zahlreiche einheimische Pflanzen. Neben den Harzen und Nadeln von Tannen, Fichten und Kiefern, den Zweigen, dem Holz und den Beeren des Wacholders waren die bedeutendsten Räuchermittel der Germanen der Beifuß und der Sumpfporst. Die geheimnisvollen, naturverbundenen Rituale waren sicher mit Kulträucherungen einheimischer Pflanzen verbunden. Einiges, wie die heiligen Neunkräuterbüschel, hat sich bis in die heutige Zeit erhalten.

Mit dem Vordringen der Kelten erfuhr die Verehrung der Natur ihren Höhepunkt. Die Kelten, einst aus einer baumlosen Steppe kommend, standen plötzlich vor der Wand des dichten, mächtigen und undurchdringlichen Waldes, der zu ihrer Zeit fast ganz Nordeuropa bedeckte. Ihrer Neugierde, ihrer Wanderfreudigkeit und ihrem Mut haben sie es zu verdanken, daß sie sich der Magie und Kraft der Bäume stellten.

Sie wurden große Verehrer der mythischen Urkraft und Weisheit der Bäume. Der Baum, verwurzelt in der Erde, aufstrebend gen Himmel, wurde das keltische Lebenssymbol; genau wie bei den Germanen die Esche Yggdrasil der Weltenbaum ist. Die bizarr geformten, kräftigen Eichen und die hochgewachsenen Eschen haben Kelten und Germanen besonders beeindruckt, und die Eichenmistel galt als heilige, mystische Pflanze.

Jeder Baum und jede Pflanze war einer bestimmten Gottheit zugeordnet, und der Geist einer Pflanze wurde als Pflanzenelfe verehrt, die dem Menschen helfen wie auch schaden konnte. Daher hielten diese Völker auch ihre Götteranrufungen unter Bäumen, den heiligen Hainen, ab, also in der freien Natur der Heide. Daher später ihr Name Heiden, den sie von den einfallenden Römern erhielten.


zum Seitenanfang 

3.2. Das Räuchern im Mittelalter

Seit ca. 280 u.Z. finden sich Belege für Räucheropferungen in der germanischen Kultur. Aufgrund ihrer Verbindung zum heidnischen Glauben waren sie zwischenzeitlich von den Christen verboten worden. Das heute praktizierte Schwenken des Weihrauchs in der Kirche ist erst im 9. Jahrhundert in Mode gekommen.

Wenn manchmal bei sehr langen Messen und intensivem Einsatz von Weihrauch ein Ministrant das Bewußtsein verlor, so lag dies möglicherweise an dem in der kirchlichen Mischung vorhandenen Rauschwirkstoff (ähnlich dem THC, das in Cannabisprodukten wie Haschisch enthalten ist). Aufgrund seiner bewußtseinserweiternden Eigenschaften wird Weihrauch auch heute noch in vielen Religionen und zur Meditation verwendet.

Auch in das medizinische System des Abendlandes fand der Weihrauch Eingang (wohl aus der kirchlichen Tradition). Hildegard von Bingen setzte ihn bei Schwerhörigkeit und Tinnitus ein. In der Krankenpflege und der Bekämpfung der Pest spielte Weihrauch ab dem Mittelalter eine große Rolle, denn die Leute glaubten damals noch, die Pest werde über die Luft übertragen (in Wahrheit aber durch den Rattenfloh). Räuchern betrachtete man als einen alchemistischen Prozeß, denn durch die transformative Kraft des Feuers verflüchtigt sich die feste Materie, wird zur Luft und bekämpft dort die "üblen Dünste", von denen man glaubte, sie würden der Erde entsteigen.

Pflanzenräucherungen wurden aber nicht nur zu schamanistischen Ritualen verwendet, sondern auch zu heilkräftigen Zwecken. Weise Frauen verwendeten Räucherungen, um Geburten zu beschleunigen und um Schmerzen zu lindern.

In der Edda wird eine Räucherung mit Baumfrüchten beschrieben, die Frauen zur Fruchtbarkeit verhelfen soll. Alte Räucherrezepturen finden sich in den Schriften der Hildegard von Bingen, in vielen mittelalterlichen Kräuterbüchern und auch zu magischen Zwecken wurde viel durch Agrippa von Nettesheim, Carl Eckhartshausen und der Bibel überliefert.Aus der Klostermedizin gelangte der Weihrauch mit Beginn der Neuzeit in die weltliche Medizin. Aus dem 16. Jahrhundert stammen erste Belege über Oleum thuris (Weihrauchöl) in deutschen Offizinen.

Eine der bedeutendsten Leistungen der Renaissance war die Wiederentdeckung der heidnischen Mysterien und der alten Schriften. Dadurch kam viel antikes Gedankengut zu neuer Blüte, wurde aber mit den Strömungen des Zeitgeistes vermischt. Die Alchemie hatte Hochkonjunktur. Ihr lagen zahlreiche spätantike Werke, aber auch mittelalterliche Schriften zugrunde. Einige Kapitel aus der "Naturgeschichte" des Plinius (Gaius Plinius Secundus der Ältere, 23 bis 79 u.Z. (er kam beim Ausbruch des Vesuvs ums Leben), römischer Universalgelehrter und wissenschaftlicher Berater des Kaisers Vespasian) bildeten das Ausgangsmaterial der alchemistischen Kräuterkunde. Viele Autoren der Renaissance kompilierten aus den alten Büchern und brachten Handbücher zu Magie und Alchemie heraus.


zum Seitenanfang 

3.3. Das Räuchern heute

Auch für Sebastian Kneipp gehörte Weihrauch ganz selbstverständlich zu den Heilmitteln. Bei bestimmten Beschwerden empfahl er die tägliche Einnahme weißer Weihrauchkörner. Kneipp kannte die diesbezüglichen Schriften der Hildegard von Bingen sicher nicht. Offensichtlich geht die Verwendung des Weihrauchs auf jahrhundertealte deutsche Erfahrung zurück.

Auch heute erfreut sich das Räuchern wieder steigender Beliebtheit, und nicht nur bei Hexen und Schamanen. Abgesehen von der spirituellen Wirkung räuchern viele Menschen einfach auch schon wegen des Duftes. Selbst die heute eher verbreitete Benutzung ätherischer Öle ist im Grunde auch nur eine etwas andere, "kalte" Form des Räucherns. Harze, Hölzer, Wurzeln und Kräuter wirken jedoch nach Meinung der Magiekundigen im Gegensatz zu ätherischen Ölen, welche eine stark verfeinerte Form der Pflanzen sind, viel "erdbezogener".

Einige der Räucherbräuche haben sich in den Alpenlandschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz erhalten. So werden in den zwölf Rauhnächten oder eigentlich "Rauchnächten" zwischen dem Jul- und dem Perchtenfest (beziehungsweise bei den Christen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag) noch heute das Haus und der Stall ausgeräuchert, um das Heim rituell von schlechten Einflüssen zu reinigen und böse Geiser zu vertreiben.

In eine Eisenpfanne legt man die Glut des Zunderpilzes (Polyporus fomentarius) oder Räucherkohle, und darüber streut man großzügig starkes und reinigendes Räucherwerk, welches vor allem Weihrauch, Wachholder und die neun heiligen Kräuter enthält. Die Räucherpfannen halten einen durchlöcherten Deckel und damit geht man durch das Haus und den Stall und murmelt besondere Gebete. Nun sind Menschen und Gebäude auf das neue Jahr vorbereitet, und das Chaos und die Orientierungslosigkeit der Tage zwischen den Welten können keinem etwas anhaben. Diesen Rauch in Kopfbedeckungen wie Hüte steigen zu lassen, soll nach dem Volksglauben vor Kopfschmerzen schützen.

Noch in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts konnte man Räucherungen in der Apotheke zu Heilzwecken kaufen, wie zum Beispiel Tannenharz (als "Straßburger Terpentin") bei Husten und Bronchialverschleimung, Lärchenharz (als "Venetionisches Terpentin") zur Kräftigung der Atmungsorgane und bei Katarrhen, Kiefernharz (als "Colophonium") zur Lungenstärkung, Fichtenharz (als "Burgunderharz") bei Ausschlägen und Rheuma, Wacholderharz oder -beeren bei Quetschungen und Geschwülsten, Sumpfporst zur Abtreibung, bei Keuchhusten und zur Förderung des Schlafes.


zum Seitenanfang 

4. Die Philosophie des Räucherns

Heute ist das Wissen um die Wirkung von Räucherstoffen bei den Schamanen und Heilern einiger Völker noch erhalten. So gilt es bei ihnen als selbstverständlich, daß die Pflanzen eine Essenz haben, die eine individuelle Kraft besitzt und mit der man kommunizieren kann. Besonders die Schamanen haben dieses Wissen für ihre Heilzeremonien benutzt. Die Alchemisten des Mittelalters nannten die Essenz einer Destillation den Geist der Pflanze. Einen Geist besitzen aber nur Stoffe, welche die Natur geschaffen hat, allen künstlichen Duftstoffen oder den "naturidentischen" Imitationen, die Naturstoffe nachbilden sollen, fehlt die lebendige Kraft der Pflanze und die komplexe Vielfalt ihrer Wirkstoffe.

Wer Zeit investieren kann und möchte, dem schenkt eine Räucherzeremonie Entspannung, Wohlbefinden und Klarheit. Toleranz angesichts unterschiedlicher Räucherrituale und -auffassungen ist hilfreich, da Geschmack und Zweckgebung naturgemäß einzigartig sind.

Beim Räuchern verwandelt die transformierende Kraft des Feuers das grobstoffliche Räucherwerk in Rauch, der die Essenz der Pflanzen auf eine feinstoffliche Ebene trägt. So gelangt die Essenz aus dem Element Erde, gelöst durch das Feuer und getragen durch die Luft, zum menschlichen Geist, wo sie ihre psychoaktive Wirkung entfalten und den Menschen dem Feinstofflichen näher bringen kann, indem sie sein Unterbewußtsein öffnet. Somit sind an einer Räucherung vier Elemente direkt beteiligt, nämlich Erde, Feuer, Luft und Geist (auch Äther genannt).

Lediglich das Wasser ist nicht direkt beteiligt, doch auch hier gibt es verschiedene Auffassungen, zum Beispiel daß das sich verflüssigende Harz oder der Räuchersand aus dem Meer oder die winzigen schwebenden Dufttröpfchen für das Wasser stehen oder das Blut, welches die Essenz von der Nase zum Gehirn (Geist) trägt, die Rolle des Wassers übernimmt. Aber selbst die Luftfeuchtigkeit kann so angesehen werden. Es sind ja bei allen Vorgängen in der Natur immer auch alle fünf Elemente beteiligt, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, und dasselbe gilt auch für das Räuchern.

Als tragende Gemeinsamkeit liegt allen Auffassungen der respektvolle Umgang mit Pflanzen und anderen Naturstoffen zugrunde. Auf jeden Fall ist Räuchern spannender, stimmungsvoller, purer und schonender als "Duft" oder "Duftkiller" aus der Spraydose zu sprühen.

Die meditative Atmosphäre, die von rituellen Räucherzeremonien ausgeht, gehört für die meisten Asiaten und Afrikaner zum täglichen Leben. Viele Begeisterte integrieren inzwischen auch in Europa das Räuchern in ihren Tagesablauf. Nicht nur des angenehmen Duftes wegen, sondern auch weil die Substanzen wohltuend auf Körper und Geist wirken. Räucherwerk reinigt die Atmosphäre und die Menschen von allem Negativen. Bei der Meditation und im Ritual erleichtert es das Abschalten vom Alltäglichen und die Kommunikation mit dem Geistigen.

Auch heute paßt das Räuchern dennoch in den von Leistungsdenken und Zeitmangel geprägten "modernen Alltag", und immer mehr Menschen entdecken das Räuchern als einen Weg, um Entspannung und Ruhe zu finden. Das Verglühen von duftendem Räucherwerk ist eine sehr gute Gelegenheit, eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen und die Seele baumeln zu lassen. Schon die Vorbereitungen zum Räuchern, das Bereitstellen der erforderlichen Utensilien und die Wahl des Räucherwerkes, haben einen zeremoniellen Charakter. Und der Duft, der sich alsbald im Raum verbreitet, entspannt, inspiriert, harmonisiert oder wirkt anregend, je nach Art des aufgelegten Räucherwerkes. Mit dem nach oben steigenden Rauch verschwinden auch unangenehme Gedanken, und es stellt sich eine positive Stimmung ein.

Der berühmte Arzt, Philosoph und Jurist Agrippa von Nettesheim (1486 bis 1535) schrieb: "Räucherungen, Opfer und Salbungen durchdringen alles und erschließen die Pforten der Elemente und der Himmel, daß der Mensch durch dieselben hindurch die Geheimnisse des Schöpfers, die himmlischen Dinge und was über dem Himmel ist, sehen und erkennen kann."


zum Seitenanfang 
5. Anleitung und Sicherheitshinweise zum Räuchern

Hier auf meiner Homepage sind einige historische, ethnobotanische, mythische und wissenschaftliche Informationen zusammengefaßt, die ein wenig zum Wissen über das Räuchern beitragen sollen.

Dabei sollte natürlich von rauschmittelhaltigem, bewußtseinsveränderndem oder möglicherweise gesundheitsschädlichem Räucherwerk Abstand genommen werden, solange nicht wirklich alle Anwesenden damit einverstanden und sich der Wirkung auch voll bewußt sind. Der Räuchernde sollte die Teilnehmer schon über Art, Wirkung und Bedeutung seiner Räucherstoffe aufklären, bevor er diese auflegt und sich dazu vorher Zustimmung von allen einholen.

Es gibt beinahe keine Pflanze, die nicht schon einmal zum Räuchern verwendet worden wäre. Viele waren und sind heute noch als Heil- und Kulturpflanzen anerkannt, andere sind wegen ihrer rituellen Bedeutung seit Jahrhunderten in menschlichem Gebrauch. Die meisten der aufgeführten Pflanzen und Harze lassen sich problemlos anwenden. Dies macht allerdings nur dann Sinn, wenn man auch weiß, was man tut.

Die hier zusammengefaßten Informationen sind daher nicht als Anwendungshinweise zu verstehen. Um schlecht informierte "Zauberlehrlinge" an gefährlichen Selbstversuchen zu hindern, bietet der Handel einige rituell wertvolle, aber gesundheitlich nicht unbedenkliche Pflanzen nur noch mit Harzen (vor allem Benzoe Sumatra, Dammarharz und flüssiges Perubalsam) vermischt an, damit sie ausschließlich geräuchert werden können. Dennoch sind diese Artikel nur schwer erhältlich.

Für eine Räucherung sollte man sich eine ruhige, schlichte Umgebung wählen und sich von Alltagsgedanken lösen. Bei sparsamer und häufiger Anwendung kann so der Weihrauch seine beruhigende und inspirierende Wirkung voll entfalten. Zu beachten ist, daß schnell herbeigewünschte Wirkungen durch Verwendung großer Mengen von Räucherharz noch nie zu spiritueller Erhöhung, sondern allerhöchstens zu rauschähnlichen Zuständen geführt haben.

Allgemeine Gefahren des Räucherns sind mir zwar nicht bekannt, es sei aber darauf hingewiesen, daß nach jeder Räucherung die Räume gut durchgelüftet werden sollten.

Nicht zu empfehlen sind selbstbrennende Räuchermischungen mit hohem Sägemehlanteil. Das darin enthaltene Holz verursacht in geschlossenen Räumen sehr saure Gerüche. Sie sind, wenn überhaupt, nur für Räucherungen im Freien geeignet.

Mischungen oder Rohstoffe, die einen hohen ätherischen Anteil besitzen, sollten auf jeden Fall aromaversiegelt und lichtgeschützt gelagert werden. Alle Räucher-Präparate müssen immer außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahrt werden.

Für viele Tiere ist Räuchern übrigens eine Zumutung, ebenso wie auch das Rauchen. Die meisten Tiere haben einen vielfach empfindlicheren Geruchssinn als Menschen und nehmen daher eine Räucherung wesentlich intensiver und den Harzgeruch auch um ein Vielfaches penetranter wahr. Abgesehen davon empfinden die meisten Tiere allein schon den Brandgeruch einer Holzkohle als alarmierend und werden deshalb beim Räuchern unnötig Streß und Geruchsbelästigung ausgesetzt. Mit Rücksicht auf die Tiere sollte man nur in deren Abwesenheit Räuchern. Vögel haben zwar keinen so ausgeprägten Geruchssinn, dennoch sollte man darauf achten, ob sie sich evtl. beim Räuchern unwohl fühlen.

Bei Asthma, Erkältungen mit Husten und anderen Erkrankungen der Atemwege sowie bei akutem Heuschnupfen und ähnlichen Allergien sollte man mit dem Räuchern ebenfalls sehr vorsichtig sein und im Zweifel zunächst nur sehr geringe Dosierungen ausprobieren oder lieber einen Arzt fragen. Mir zwar nicht bekannt, aber dennoch nicht ganz auszuschließen sind natürlich auch allergische Reaktionen auf verschiedene Räucherstoffe.

Selbstverständlich kann ich für die hier dargebotenen Informationen weder Gewähr noch Haftung übernehmen.


zum Seitenanfang 

5.1. Was man alles braucht

Zunächst einmal wird Glut benötigt. In alten Zeiten wurde in jedem Haus ein Feuer unterhalten, und so hatte man immer glühende Kohle oder Holzglut, worauf man Harze oder Kräuter verräuchern konnte. Natürlich ist es auch heute noch eine schöne Möglichkeit, Holzglut aus dem Kaminfeuer in Räuchergefäßen zu verwenden. Wenn dies nicht geht, gibt es aber Alternativen für den einfachen täglichen Gebrauch.

Dazu empfiehlt sich Kohle, und zwar auf Holzkohlebasis. Es gibt im Handel spezielle Räucherkohlen oder Rauchfaßkohlen in praktischer Tablettenform, zur Not tut es aber auch Holzkohle. Räucherkohlen kann man aus gemahlener Holzkohle auch selbst herstellen. Räucherkohle

RäucherschaleZum Räuchern braucht man ferner eine Räucherschale mit mindestens 10 Zentimetern Durchmesser. Sie sollte am besten aus Eisen, feuerfester Keramik oder Stein bestehen und auf einem Sockel oder Füßen mindestens 5 Zentimeter über dem Boden getragen werden, damit man sie dort noch anfassen kann, da sie sehr heiß wird. Die Räucherschale sollte standfest sein. Hohe Räucherkelche mit schlankem Stiel sehen zwar elegant aus, aber man braucht nur einmal mit dem Ärmel an ihnen entlangzustreifen, um sie umzuwerfen und die glühende Kohle sonstwohin rollen zu lassen, wo man sie garantiert nicht haben will.

WeihrauchfaßEin Weihrauchfaß (Thuribulum) ist ein an drei lange Ketten aufgehängtes, zweiteiliges Gefäß mit Löchern im Deckel, durch die der Rauch dringen kann. Solche Weihrauchfässer werden beispielsweise in der katholischen Kirche verwendet. Sie können an den Ketten aufgehängt oder an ihnen mit der Hand gehalten und herumgeschwenkt werden, damit sich der Rauch besser verteilt. Es erfordert allerdings einige Übung, bis man das Schwenken sicher handhaben kann. Zum reinigenden Ausräuchern von Räumen empfiehlt sich daher eher ein Räucherpfännchen, das man am Stiel umhertragen kann. Räucherpfännchen

Eine feuerfeste Unterlage für das Räuchergefäß, welche die Wärme nicht leitet, ist ebenfalls nützlich. Ferner wird Sand, Asche oder Kies empfohlen, womit die Räucherschale etwa zu drei Vierteln Hälfte aufgefüllt wird, um die Hitzeabstrahlung der Kohle in der Schale nach unten zu dämpfen. Hierfür kann der günstige Vogelsand aus dem Zoohandel benutzt werden, der aber meist mit Anis parfümiert ist, was oft nur sehr kleingedruckt auf dem Beutel steht, Sand vom Strand, vom Spielplatz oder aus dem Baustoffhandel. Asche nimmt man aus dem Grill oder Kamin oder von der letzten Räucherung (Asche stäubt bei einem Luftzug jedoch leicht auf). In Japan wird traditionell ebenfalls feingesiebte Asche verwendet. Feinen Kies bekommt man im Baustoffhandel, im Gartencenter oder im Aquaristikbedarf. Vor allem grober Sand oder feiner Kies sorgen außerdem für eine gute Belüftung der Kohle von unten und damit für eine gleichmäßige Verbrennung. Der Sand oder ein anderer Füllstoff hat zudem den Vorteil, daß das Räuchergefäß nicht mit Harzen, Ruß und sonstigen Räuchersubstanzen verschmutzt wird und somit leichter zu reinigen ist.

Außerdem braucht man noch Feuer (nützlich ist auch eine Kerze) zum Entzünden der Kohle, Räucherwerk, etwas Geduld und Freude am Ritual. Streichhölzer

Nützlich sind eine Zange (am besten eine lange Spitzzange für Elektriker oder auch eine Pinzette) und ein Löffel zum Handhaben der Kohle und Auflegen von Harzstückchen. Natürlich kann man sich auch ein richtiges Räucherbesteck zulegen. Räucherbesteck

Wer Räuchermischungen selbst zubereiten will, benötigt evtl. noch einen Mörser. Die Substanzen enthalten vielfach ätherische Öle, die erst beim Zermahlen ihre Qualitäten entfalten und für ein rundes und volles Aroma sorgen. Mörser


zum Seitenanfang 

5.2. Harz ist klebrig

Spätestens nach den ersten Mischungen mit Harzen wird man eine unangenehme Eigenschaft dieser Substanzen "hautnah" kennenlernen: sie kleben fürchterlich.

Weiches Harz läßt sich im Mörser nicht zu Krümeln zerstoßen, weil es eine eher "matschige" Konsistenz hat. Bei sehr weichen Harzen empfiehlt es sich deshalb, sie vor dem Mischen oder Zerkleinern mitsamt dem Mörser einzufrieren und nicht in zu warmer Umgebung zu verarbeiten, denn je wärmer es ist, desto flüssiger wird auch das Harz.

Hat man vom Harz klebrige Hände bekommen, so sollte man auf keinen Fall versuchen, das Harz mit Wasser und Seife abzuwaschen, denn dann wird es hart und klebt erst recht, und man wird einige Tage mit klebrig-duftenden Händen verbringen müssen. Einfaches Mandel- oder Jojobaöl oder ein ähnliches Öl auf ein Tuch getropft löst das Harz von den Händen, und man kann sie damit sauberreiben.

Zur Reinigung des Mörsers und anderer Gegenstände kann man eine alte Zahnbürste mit Öl verwenden. Die besten Mörser bekommt man übrigens im Laborbedarf und nicht im Esoterikladen. Weil die Innenfläche von Mörsern rauh ist, bleibt immer etwas von den Substanzen darin kleben. Um diese sozusagen wieder zu "neutralisieren", kann man zwischendurch immer reinen Weihrauch oder Myrrhe (beides sind relativ neutrale Grundsubstanzen) darin verreiben.

Sehr aggressive Stoffe, wie zum Beispiel Teufelsdreck, und flüssige Bestandteile gibt man nicht in den Mörser, sondern mischt sie erst nach dem Zerstoßen unter, denn sie sind praktisch nicht mehr zu entfernen. Die fertige Mischung kann man sehr gut in kleinen Schraubgläsern aufbewahren.
Mörser mit Harz


zum Seitenanfang 

5.3. Der Umgang mit Räucherkohlen

Die Räucherschale wird etwa zu drei Vierteln mit Sand oder Kies gefüllt und so aufgestellt, daß sie nicht umgeworfen werden kann. Statt Sand kann man auch Asche verwenden, weil die Kohle dadurch gleichmäßiger verglüht. Allerdings muß man dann beim Anblasen der Kohlen sehr vorsichtig sein, damit die Asche nicht aufstäubt und durch den Raum geweht wird.

Man kann die Räucherkohle statt in eine sandgefüllte Räucherschale natürlich auch auf eine andere geeignete Unterlage legen. Diese muß selbstverständlich feuerfest sein und unbedenklich sehr heiß werden können (man achte auf den Untergrund darunter; nicht auf hitzeempfindliche Möbel stellen). Porzellanteller halten der Hitze nicht stand. Metall leitet die Hitze so stark, daß der Untergrund beschädigt werden kann, daher sollte man darunter noch eine Unterlage benutzen, welche die Wärme nicht leitet, zum Beispiel ein dickes Brett oder einen Holzteller. Gut eignen sich übrigens auch die japanischen Kerzenhalter für Würfelkerzen, die aus Zement gegossen sind, einen Fuß mit Filzen darunter haben, der die Wärme nicht an die Unterlage weitergibt, und die selbst schon wie kleine Altäre aussehen.

Räucherkohlen oder Rauchfaßkohlen werden als runde Tabletten mit einer Mulde zum Räuchern meist in Rollen zu fünf oder zehn Stück im Handel angeboten. Üblicherweise gibt es drei Größen mit ca. 3,3 Zentimeter, 4,0 Zentimeter und 5,0 Zentimeter Durchmesser, einer Stärke zwischen ca. 0,7 Zentimeter und 1,2 Zentimeter und einer Brenndauer von etwa einer halben Stunde bis anderthalb Stunden. Räucherkohlen nimmt man sicherheitshalber besser nicht mit den Fingern (sonst gibt es schmutzige Hände und Verbrennungen), sondern mit einer Zange und entzündet sie rundherum mit dem Feuerzeug oder an einer Kerze. Räucherkohlen

Rauchfaßkohlen, die mit chemischem Selbstentzünder (auf Salpeterbasis oder mit Magnesiumsulfat) getränkt sind, sollten beim Entzünden ausschließlich mit der Zange gehalten werden, sonst besteht Verbrennungsgefahr, weil sie sich in Sekundenschnelle rundherum entzünden und auch dabei heiße Funken versprühen. Im Zweifelsfall lieber vorsichtig sein! Dann legt man sie mit der Mulde nach oben auf den Sand oder die Asche in der Schale oder eben auf eine feuerfeste Unterlage.

Alternativ zum Festhalten der Kohletablette beim Anzünden kann man diese auch einfach aufrecht auf die Seite in den Sand stellen und sie an einer Seite anzünden. Durch den Selbstzündemechanismus fängt bald die ganze Tablette an zu glühen, und dann kann man sie mit der Mulde nach oben umlegen. Räucherkohle

Danach fächelt oder bläst man die Kohle leicht an, um sie zum Durchglühen zu bringen. Dies sollte man sehr vorsichtig tun, denn meist ist der Luftzug zu stark, und die Asche wird über das Räuchergefäß geblasen. Hilfreich ist dabei ein dünnes Metallröhrchen, mit dem man gezielt sanft anblasen kann.

Die Kohle ist richtig durchgeglüht, wenn sich am Rand ein grau-weißer Aschebelag bildet. Das geschieht schon nach ein paar Minuten, während der man bereits das Räucherwerk vorbereiten kann. Legt man die Räuchermischung zu früh auf die Kohle, erstickt die Glut. Räucherkohle sollte man trocken lagern. Wegen der Verbrennungsgefahr muß die heiße Kohle von Kindern und Tieren ferngehalten werden.

So praktisch der Selbstzündemechanismus dieser Kohletabletten auch ist, die hierfür verwendeten Chemikalien geben am Anfang einen eher unangenehmen Geruch ab, und man sollte daher während und nach dem Anzünden erst einmal gut durchlüften. Es gibt inzwischen aber auch schon Räucherkohlen ohne diese Chemikalien im Handel, zum Beispiel japanische oder aus dem Himalaja. Diese bestehen aus reiner Kohle oder einer Kohle-Kräutermischung, verbrennen also sauberer, sind aber natürlich auch schwerer zu entzünden. Noch besser sind natürlich selbst hergestellte Räucherkohlen.


zum Seitenanfang 

5.4. Die Verwendung von Holzkohle

Bei Holzkohle (keine gepreßten "Eierkohlen" wegen ihrer giftigen Inhaltsstoffe verwenden) benötigt man eine etwas größere Menge, damit die Glut sich selbst erhalten kann. Prinzipiell geht man vor wie beim Grillen. Man schichtet die Kohlen zunächst zu einem kleinen Hügel auf. Dazu empfiehlt sich natürlich auch eine etwas größere Feuerschale aus Eisen, die mindestens etwa 25 Zentimeter Durchmesser haben sollte und die ebenfalls zu drei Vierteln mit Sand, Asche oder Kies gefüllt wird. Nie so viel Kohle verwenden, daß beim Einsturz des Hügels glühende Kohlenstücke über den Schalenrand rollen können.

Zum Anzünden empfiehlt es sich in geschlossenen Räumen, die Kohle mit ein wenig (!) Brennspiritus oder hochprozentigem Alkohol zu beträufeln. Sehr gut eignet sich auch Isopropylalkohol, der wesentlich weniger gefährlich als Spiritus ist. Ein paar Tropfen oder maximal einen Teelöffel voll (eher weniger) in die Mitte des Hügels genügen. Dies läßt man eine halbe Minute lang in die Kohle einziehen. Mehr sollte man nur nehmen, wenn man Erfahrung damit hat.

Vorsicht, beim Entzünden (am besten mit einem langen Span oder einem Stiel-Feuerzeug) können die Flammen zunächst sehr plötzlich recht hoch sein, also nur von der Seite her entzünden und das Gesicht nicht darüberhalten. Selbstverständlich sollte man die Behälter mit der Brennflüssigkeit vor dem Anzünden in genügenden Abstand wegstellen und darauf achten, daß nichts davon auf die Umgebung der Schale, Kleidung oder Hände getropft ist.

Niemals Brennflüssigkeit nachgießen, auch dann nicht, wenn die Glut scheinbar erloschen ist, dann lieber erst einmal ein neues Kohlenstück tränken und mit einer langstieligen Zange vorsichtig dazulegen und erneut entzünden.

Bei Brennspiritus und Alkohol sind die Flammen bei Tageslicht oft nicht zu sehen. Um also zu prüfen, ob es schon oder noch brennt, von der Seite schauen, ob die Luft über der Kohle flimmert, vorsichtig mit in genügender Höhe schnell darüberfahrender Hand auf Hitze prüfen oder ein paar Körnchen Kochsalz hineinwerfen (diese färben die Flammen gelb).

Der Umgang mit diesen Zündflüssigkeiten ist zwar gefährlicher als mit anderen Anzündern, aber sie verbrennen geruchsarm, ohne zu qualmen, und schadstoff- und rückstandsfrei und eigenen sich für geschlossene Räume doch besser als feste Grillanzünder, Esbit oder Flüssiganzünder auf Petroleumbasis, da diese stark qualmen, riechen und gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Bei der Verwendung von Holzkohle sollte man während des gesamten Brennvorgangs gut Lüften.

Durch leichtes Fächeln oder vorsichtiges Blasen wird der angeglühten Kohle, wenn die Flammen erloschen sind, Luft zugeführt bis sie durchgeglüht ist. Bei Holzkohle entsteht weiße Flugasche, die durch zu starke Luftbewegungen durch den Raum wirbelt, was zu vermeiden ist. Diese kann mit einem Metallstab vorsichtig abgeschabt oder abgeklopft werden, und mit einem kleinen Metallröhrchen kann man den Kohlenhügel recht effizient von innen vorsichtig anblasen und so zu starker Glut bringen.

Vorsicht, bei zu starker Luftzufuhr entsteht Funkenflug, und außerdem können einzelne Kohlen zerplatzen und glühende Teilchen umherspritzen. Abzuraten ist davon, die weiße Asche mit einem Staubsauger o.ä. von der Kohle abzusaugen, da auch Glut eingesaugt werden und sich im Staubbeutel entzünden kann (es gibt tatsächlich solche "Experten").

Natürlich sollte man Löschmittel (Sandeimer, Wasser, Löschdecke, Feuerlöscher etc.) in Griffweite haben, vor allem in geschlossenen Räumen oder bei Ritualräucherungen im Freien, wenn die Umgebung sehr trocken ist. In letzterem Falle sollte man unbedingt auf eine nicht brennbare Umgebung achten oder im Zweifel besser auf das Räuchern verzichten.


zum Seitenanfang 

5.5. Wie man räuchert

Wenn die Kohle durchgeglüht ist, können, je nach Geschmack und Experimentierfreudigkeit, einzelne Substanzen ebenso wie fertige Räuchermischungen oder eigene Kreationen aus diversen Kräutern, Gewürzen und Harzen auf die Kohlenmulde beziehungsweise glühende Holzkohle gegeben werden. Räuchern

glühende Räucherkohle mit aufgelegtem HarzDas Räucherwerk wird mit einem kleinen Räucherlöffel, einem Teelöffel oder einer Pinzette oder Zange auf die Kohle aufgelegt, damit nicht zuviel von der Räuchermischung auf einmal auf die Glut kommt. Wenn zuviel Räucherwerk aufgelegt wird, kann die Glut ersticken, und außerdem ist die Rauchentwicklung evtl. zu stark, denn man möchte ja Räuchern und nicht Ausräuchern. Man dosiere also besser vorsichtig und lege lieber später wieder nach.

Zum Räuchern werden Harze, Hölzer, Wurzeln, getrocknete Blüten, Gewürze und Kräuter verwendet. Als Anhaltspunkt für das Maximum gilt ungefähr ein erbsengroßes Stück (Harz) bis hin zu einem halben Teelöffel (Kräuter), je nachdem wie konzentriert das Räucherwerk und wie groß der Raum ist. Nur wenig Harz genügt schon, um ein Zimmer mit einem angenehmen Duft zu erfüllen. Zu Anfang verwendet man besser erst einmal nur ein Harzkörnchen und höchstens eine Messerspitze Kräuter, um zu prüfen, wie stark es raucht und ob der Duft angenehm ist. Dann kann man bei Bedarf Nachlegen.

Der aufsteigende, starke und konzentrierte Rauch sollte nicht direkt inhaliert werden. Um den Geruch zu prüfen, zerwedelt man den Rauch am besten mit der Hand zu sich hin, ansonsten läßt man ihn in Ruhe aufsteigen. Viele Räucherstoffe riechen im Rauch erst einmal unangenehm, beißend oder nach verbrannten Pflanzen.

Das liegt daran, daß sie eben nicht reine Duftstoffe sind, sondern Pflanzenbestandteile und die anderen Substanzen eben mit verbrennen. Die Duftstoffe verbrennen zusammen mit dem Rest der Inhaltsstoffe, werden mit dem Rauch emporgetragen, kühlen langsam in der Luft ab, senken sich nach einer kleinen Weile in der Umgebung ab, verteilen sich und entfalten dann erst ihren eigentlichen Duft im Raum. Die Duftstoffe enthalten die psychoaktiven, körperlich und seelisch wirksamen Inhaltsstoffe des Räucherwerks, die über die Nase oder den Mund aufgenommen werden.

Man sollte daher nicht so schnell hintereinander verschiedene Düfte räuchern, sondern den letzten erst einmal eine Weile im Raum stehen lassen. Vor allem sollte man rasche Wechsel von Substanzen mit gegensätzlicher Wirkung vermeiden. Zwischendurch schadet auch ein kurzes Stoßlüften des Raumes nicht, zum Beispiel vor dem Auflegen des nächsten Räucherstoffes.

Überhaupt sollte man vor und nach jeder Räucherung oder während einer längeren Räucherung gut lüften. Dann entfernt man die verbrannten Reste der vorherigen Räucherung von der Räucherkohle (bei größeren Kohlemengen wie Holzkohle ist das nicht erforderlich) und legt nach, sobald die Glut wiederkehrt (notfalls leicht anblasen).

Eine Räucherkohle glüht je nach Größe und Luftzufuhr zwischen einer halben und zwei Stunden, Holzkohle, je nach Menge, auch mehrere Stunden. So lange noch Glut vorhanden ist, kann damit auch geräuchert werden.


zum Seitenanfang 

5.6. Zur Feuersicherheit bei Kohlen

Glühende Kohlen werden sehr heiß und können andere brennbare Dinge in Brand setzen. Deshalb die Feuerschale niemals dort aufstellen, wo sie nicht fest steht oder umgeworfen werden könnte oder wo brennbare Gegenstände, wie flatternde Vorhänge, Tücher, Zeitungen usw. in der Nähe sind. Darauf achten beziehungsweise vorher ausprobieren, daß das Material der Schale wirklich feuerfest ist, die Keramik der Hitze tatsächlich standhält und das Metall nicht etwa Legierungen mit niedrigem Schmelzpunkt enthält oder gar lackiert ist.

Niemals die Glut unbeaufsichtigt lassen. Kinder und Haustiere haben an der Feuerschale nichts zu suchen. Es mag paranoid klingen, aber es ist keine dumme Idee, immer eine Löschdecke, einen Sandeimer (Sand braucht man ja ohnehin) oder einen Feuerlöscher in Reichweite zu haben - nur für den Fall der Fälle.

Man sollte die Kohlen stets ganz verglühen lassen und dabei für eine ausreichende Belüftung sorgen. Niemals sollte man versuchen, Räucher- oder Holzkohlen in der Räucherschale mit Wasser zu löschen, denn das produziert nur stickigen Qualm, der die vorherige Räucherung in den Räumen zunichte macht, und eine schlecht zu reinigende Schweinerei in der Schale, die womöglich auch noch überschwappt.

Man bedenke, daß Sand, Keramik, Stein und Metall sehr heiß werden können (feuerfeste Unterlage, Schale nicht anfassen) und diese Hitze auch noch eine ganze Weile halten, ohne daß man es sehen kann, selbst wenn die Glut erloschen ist. Nie heiße Asche in den Müll geben. Man sollte die Schale auch nach dem Erkalten sicherheitshalber noch einige Stunden stehen lassen, damit auch winzige Glutteilchen, die man vielleicht nicht bemerkt, erlöschen können.


zum Seitenanfang 

5.7. Räucherstäbchen und -kegel

Räucherstäbchen oder -kegel von guter Qualität können eine Alternative sein, denn bei ihnen ist die Rauchentwicklung nicht so groß, sodaß man sie auch in geschlossenen Räumen gut verwenden kann. Bei vielen Hexen oder Magiern rufen Räucherstäbchen Kopfschütteln hervor, weil sie lieber "richtig" räuchern, statt dieses magische "Fastfood" zu verwenden, denn natürlich ist eine auf Kohle verräucherte Mischung viel intensiver und anregender, auch der Duft läßt sich nicht vergleichen, und zudem ist ein solches Ritual stimmungsvoller. Doch wenn die Räucherstäbchen aus guten Zutaten bestehen und ohne künstliche Aromastoffe und chemische Bindemittel hergestellt sind, spricht eigentlich nichts gegen ihre Verwendung. Räucherkegel

RäucherstäbchenIn Asien wird sogar überwiegend mit Stäbchen geräuchert. Ein Räucherritual mit Kohle ist sicher stimmungsvoller, doch manchmal sind Räucherstäbchen wegen des geringen Aufwands einfach praktischer, vor allem, wenn man nur "nebenbei Räuchern" und den Duft im Raum genießen, aber kein Ritual vollziehen möchte.

Räucherstäbchen enthalten meist eine große Anzahl von Inhaltsstoffen. Die Ingredienzien sind, wenn es sich zum Beispiel um tibetanische Räucherstäbchen handelt, ein äußerst streng gehütetes Geheimnis. Die tibetanischen Räucherstäbchen haben außerdem den Ruf, als Inhaltsstoffe nur reines Pflanzenmaterial zu enthalten und keine Zusatzstoffe (außerdem haben sie häufig kein Stützholz, das mit verbrennt).

Wichtig ist, daß bei der Herstellung keine künstlichen Duftverstärker verarbeitet wurden. Diese sind meist krebserregend und schon seit Jahren in Deutschland verboten (früher wurden sie zum Teil in Kosmetika eingesetzt). Leider findet man auf den meist fremdsprachig bedruckten Verpackungen von Räucherstäbchen kaum Angaben zu Inhaltsstoffen, da der Gesetzgeber dieses nicht fordert. Räucherstäbchen fallen nämlich nicht unter das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG), welches solche Angaben zum Beispiel bei Lebensmitteln und Kosmetika zwingend vorschreibt.

Man entzündet das Räucherstäbchen an der Spitze und läßt es ein paar Sekunden brennen, damit sich Glut entwickeln kann. Dann löscht man die Flamme. Die brennenden Stäbchen soll man übrigens traditionell nicht ausblasen, sondern mit fächernden Handbewegungen bis zur reinen Glut löschen. Man sagt, daß beim Ausblasen die guten Geister vertrieben werden. Das kann man glauben oder der Tradition wegen beim Ritual beachten oder auch nicht.
Räucherstäbchen

KoroMan steckt das Räucherstäbchen in einen Halter, Koro genannt, der auf einer feuerfesten Unterlage stehen sollte, oder in eine Schale mit Sand, wo es für ca. 20 bis 60 Minuten glimmt und dabei räuchert. Der Rauch steigt, sich sanft kräuselnd, formenreich nach oben und erfüllt mit seinem angenehmen Duft den Raum. Als praktisch haben sich die indischen Koros in Ski-Form erwiesen, die auch die herabfallende Asche in einer Rinne auffangen. Die runden Koros taugen erfahrungsgemäß nicht viel, weil eben doch oft Asche danebenfällt, die auch noch Glut enthalten kann.

Auch die relativ harmlos erscheinenden Räucherstäbchen gehören nicht in Kinderhände und sind von Tieren fernzuhalten.


zum Seitenanfang 

5.8. Tips für Anfänger

Für den Anfang eignen sich am besten Räucherstoffe, die sehr schöne Mischungen ergeben und leicht herzustellen sind, aber auch pur gut riechen. Von den folgenden verschiedenen Räucherstoffen, die leicht zu bekommen sind, kann man schon beliebige Mischungen herstellen:

Harze:Weihrauch (Olibanum), Benzoe, Myrrhe, Mastix, Sandarak, Dammar, Styrax, Fichte und Kiefer
Hölzer:Sandelholz, Zimt und Zeder
Wurzeln:Angelika, Iriswurzelpulver und Kalmus
Kräuter:Rose, Lavendel, Patchouli, Pfeffer, Kardamom, Anis, Thymian, und Rosmarin

Die obengenannten Räucherstoffe können beliebig untereinander gemischt werden, und es entstehen immer neue Duftkreationen. Wenn man eine Mischung aus mehreren Sorten Räucherwerk verräuchern will, sollte man diese vorher vorbereiten. Am einfachsten ist es, auf eine fertige Mischung zurückzugreifen.

Schöner ist es natürlich, seine Mischungen individuell aus reinen Zutaten selbst zuzubereiten. Dazu nimmt man je nach Rezeptur oder Eigenidee, die Zutaten und zerkleinert sie zu Pulver, welches anschließend gemischt und prisenweise verräuchert wird. Hölzer kann man mit einer Holzfeile bearbeiten, Kräuter kleinschneiden und Harze am besten mit einem Mörser und Stößel zerkleinern (weiche Harze vorher einfrieren). Mörser

Eine wunderschöne ägyptische Räucherung besteht zum Beispiel aus gleichen Teilen von Weihrauch und Myrrhe. Nur diese beiden Stoffe verräuchert reicht aus, um Meditationen zu vertiefen oder einfach nur um zur Ruhe zu kommen. Dieser Mischung kann auch noch Rose und/oder Patchouli zugefügt werden.


zum Seitenanfang 
© 1999 - 2010 by SilentShadow - Version: 25.06.2010 - zurück zur Startseite